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Schweinemast

Westfleisch plant keine Änderung der Abrechnungsmasken für Eber

Mastschwein
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
12.09.2018

Das Schlachtunternehmen Westfleisch informiert in einem aktuellen Schreiben an die Vertragspartner, dass sie derzeit keine Änderung der Abrechnungsmasken für Masteber durchführen werden.

Damit folgen sie nicht der jüngsten Maskenänderung des Marktführers Tönnies. Darauf hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) hingewiesen.

Genau wie Tönnies führt auch die Westfleisch die zahlreichen Probleme der aktuell zugelassenen Alternativen der betäubungslosen Ferkelkastration auf. Sowohl die Betäubung durch den Tierarzt bei jedem einzelnen Ferkelerzeuger als auch die Immunokastration seien entweder nicht praxistauglich oder am Markt nicht akzeptiert.

Änderungen an der Ebermaske wären fahrlässig

Aus Sicht der Westfleisch sieht man es als fahrlässig an, würde man in dieser Situation durch eine Maskenänderung die Verunsicherung in der Branche noch weiter vergrößern. Daher habe man sich in Vorstand und Gremien entschieden, eine Anpassung der Abrechnungsmodalitäten in der derzeit unklaren Situation nicht durchzuführen. Da die Westfleisch bereits im vergangenen Jahr einen Aufnahmestopp von neuen Masteberverträgen verkündet hatte, dürften signifikante Steigerungen der Eberschlachtungen bei der Westfleisch kaum zu erwarten sein.

Die ISN meint

Die ISN hat sich in einem Kommentar zu dem Problem geäußert. Darin heißt es: "Eber – egal ob geimpft oder ungeimpft - bleiben nach wie vor schwer zu vermarkten. Wer das leugnet, der hat keine Ahnung vom Markt. Ein deutliches Signal, dass auch die Politik langsam sehen sollte. Sie steht jetzt in der Verantwortung endlich Entscheidungen zu treffen, um den zu erwartenden Strukturbruch in der deutschen Schweinehaltung und besonders der Ferkelerzeugung zu verhindern – wenigstens abzumildern."

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