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Afrikanische Schweinepest

Wildschweinjagd - der Norden macht es vor

Wildschwein
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
22.06.2018

Das für das Jagdjahr 2017/2018 in MV angepeilte Streckenergebnis von 80.000 Stück Schwarzwild wurde mit 85.949 erlegten Wildschweinen übertroffen.

„Das ist ein Erfolg, der auf der großartigen Teamarbeit von Jägern, Landwirten, Veterinären und Landesforstanstalt basiert“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am Dienstag auf der Landespressekonferenz in Schwerin.

Ende 2017 hatte der Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein mit 2 Millionen Euro ausgestattetes Schwarzwildmaßnahmenpaket beschlossen, um den seit etwa zehn Jahren stetig anwachsenden Wildschweinbestand im Land angesichts des Einschleppungsrisikos der Afrikanischen Schweinepest  (ASP) deutlich zu reduzieren.

Das am 1. Dezember 2017 in Kraft gesetzte Schwarzwildmaßnahmepaket für Mecklenburg-Vorpommern enthält neben Festlegungen zum Aussetzen des Drückjagdverbotes, des Jagdverbotes in Schutzgebieten oder zur Aufhebung der Jagdbeschränkungen für Bachen ohne gestreifte Frischlinge und geringgewichtige Jungwildschweine auch finanzielle Anreize für die Jägerschaft.

Die so genannte „Pürzelprämie“ in Höhe von 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein – es handelt sich um eine Entschädigung für den Mehraufwand und den Einsatz ausgebildeter Jagdhunde bei der Schwarzwildjagd durch private und kommunale Jagdausübungsberechtigte – sei  stark in Anspruch genommen worden, informierte Dr. Backhaus.

Vom 1. Dezember 2017 bis zum 15. Juni 2018 wurden 27.484 Schwarzwildabschüsse und 1349 Hundeeinsätze abgerechnet. Die Landesforstanstalt hat dafür 6.090 Anträge bearbeitet und 720.825 Euro an die beteiligten Jäger ausgezahlt.

Das Aufwandsentschädigungsprogramm wird zunächst bis zum 31. März 2019 fortgeführt. Eine nachhaltige Bestandreduzierung der Schwarzwildpopulation, die aufgrund des klimabedingten Nahrungsüberangebotes und guter Deckung auf bestellten landwirtschaftlichen Flächen jährlich um 200 bis 300 Prozent anwächst, sei allerdings erst nach einigen Jahren intensiver Bejagung zu erwarten.

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