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Wolfsmanagement

Der Wolf kennt keine Landesgrenzen

Wolf im Wald
pd
am
06.10.2017

München -Der Bayerische Bauernverband kritisiert die verengte Sicht und fordert,dass das Problem grenzübergreifend gelöst werden muss.

Der Wolf kehrt zurück und bedroht die bäuerliche Weidetierhaltung in der gesamten Alpenregion. „Während das Landesamt für Umwelt (LfU) versucht, das Thema herunterzuspielen und für Bayern lediglich von elf gemeldeten Schafsrissen in den vergangenen drei Jahren spricht, zeigt ein Blick über den Tellerrand: In Österreich und Südtirol sowie im Norden Deutschlands ist die Situation der Weidehalter bereits jetzt dramatisch“, sagt BBV-Generalsekretär Hans Müller.

„In den vergangenen Monaten wurden auf der Seiseralm und angrenzenden Provinzen Schafe, Fohlen, Lamas, Mufflons und Kälber gerissen“, sagt Andreas Colli, Bürgermeister der Gemeinde Kastelruth in Südtirol. Die Seiseralm gilt mit 64 qkm Fläche und 1.200 Stück Vieh als größte Hochalm Europas. „Die Bauern haben jetzt reagiert und ihr Vieh von der Seiseralm bereits abgetrieben – circa vier Wochen früher. Dabei haben einige Tiere gefehlt. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, ob überhaupt noch Tiere aufgetrieben werden, ist völlig offen.“

Auch in Bayern ist der Wolf bereits im Bayerischen Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr sesshaft geworden. Der Wolf hat keine natürlichen Feinde und kann sich mit Reproduktionsraten von 30 Prozent oder mehr vermehren. Die Tiere legen weite Strecken zurück und verbreiten sich rasant. „Der Wolf kennt keine Landesgrenzen! Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Wölfe aus den Alpen, aus dem Norden Deutschlands oder östlichen Nachbarstaaten zu uns kommen. Wenn das LfU diese aktuelle Entwicklung ignoriert und die Gefahren durch das Raubtier herunterspielt, setzt die Behörde die bäuerliche Weidehaltung aufs Spiel“, sagt Müller.

Am Montag hatten in München rund 300 Bauern aus Südtirol, Österreich demonstriert und den Umweltministern aus dem Alpenraum die Probleme, die mit der Ausbreitung des Wolfes zusammenhängen, vor Augen geführt. Außerdem wurde ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Große Beutegreifer bedrohen Berglandwirtschaft!“ an die Umweltminister übergeben und der Schutz der Weide-, Freiland- und Offenstallhaltung eingefordert.

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