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Weidehaltung

Wolf - traurige Aussichten für Tierhalter

Kuhglocke
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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
12.09.2019

Wenn sich der Wolf ansiedelt, droht der Weidehaltung das Aus.

Weidetierhalter haben mit Recht Angst vor dem Wolf. Sie befürchten, dass sie ihre Tiere, die zum Teil seit Generationen auf den Betrieben gehegt und gepflegt werden, weggeben müssen, wenn sich der Wolf in ihrer Gegend ansiedelt.

Dazu kommen die unsachlichen und verletzenden Kommentare im Internet. Da wird den Tierhaltern unterstellt, dass ihnen eh nichts an den Tieren liegt und sie nur ans Geld denken, dass sie ja eh eine Schadensersatzzahlung bekommen, wenn ein Tier gerissen wird. Sie könnten ihre Tiere ja auch besser schützen, wenn ihnen wirklich was an deren Wohl liegen würde.

Und dann führen diese selbsternannten Experten, die wahrscheinlich in ihrem Leben höchstens mal Erfahrung mit einem Goldfisch gemacht haben, auch noch den Herdenschutzhund als Lösung auf. – Das würde ja in anderen Ländern auch erfolgreich gemacht.

Doch was z. B. im dünn besiedelten Rumänien vielleicht klappen mag, ist in der Urlaubsmetropole Bayern nicht umsetzbar. Herdenschutzhunde sind darauf gezüchtet eigenständig zu handeln, wenn sie Vieh und Hof verteidigen. Sie machen dabei keinen Unterschied zwischen einem Wolf und einem Hund, der mit einem Wanderer vorbeikommt. Schon jetzt kommt es auf den Almen gelegentlich zu Zwischenfällen mit Touristen und Kühen. Wie mag das dann erst werden, wenn die kräftigen Hunde ihr Territorium verteidigen?

Ihr drolliges Aussehen und ihr stoischer Ausdruck verleiten den Laien dazu, sich in höchste Gefahr zu begeben. Wenn etwas passiert, dann deuten sicher wieder alle auf den Bauern. Ist er dann auch noch ein Nebenerwerbslandwirt, dem dann schnell Luxustierhaltung unterstellt wird, muss er nachweisen, dass er alle erforderlichen Pflichten erfüllt hat. Das wird ihm in der Regel nicht gelingen. Als Lösung bleibt wohl nur, die Weidetierhaltung einzustellen. Eine traurige Perspektive.

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