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Beweidung

Wolfsmanagement - Zahlreiche Probleme sind ungelöst

pd
am
28.11.2016

Berlin - Um beispielsweise im Landkreis Cuxhaven nach den jüngsten Übergriffen auf Rinder in einem 50-Kilometer-Radius Grünland wolfssicher zu machen, müssten 180.000 Hektar gezäunt werden.

Wolf in freier Wildbahn

Jäger, Landwirte und Schafzüchter wollen in einen Dialog mit dem NABU zum Umgang mit dem Wolf eintreten. Zur Vorbereitung des Verbändegesprächs haben DBV, DJV und VDL einen gemeinsamen Fragenkatalog entwickelt, um auf Zielkonflikte aufmerksam zu machen. Großflächige, extensive Beweidung ist beispielsweise ein wichtiges Instrument, um seltene Biotope in Deutschland vor der Verbuschung zu schützen. Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin Naturschutz im Bundesumweltministerium, untermauerte dies auf der NABU-Wolfstagung im September 2015: "Naturschutz ist ohne Wanderschäferei nicht denkbar." Gleichzeitig ist jedoch eine wolfsichere Umzäunung der Naturschutzgebiete nahezu unmöglich. Das gilt ebenso für Deiche, die von Schafen beweidet werden und für eine Weidehaltung von Nutztieren generell.

Um beispielsweise im Landkreis Cuxhaven nach den jüngsten Übergriffen auf Rinder in einem 50-Kilometer-Radius Grünland wolfssicher zu machen, müssten 180.000 Hektar gezäunt werden. Das entspricht einem finanziellen Aufwand von etwa 268 Millionen Euro. Die drohende Verdrahtung der Landschaft schafft zudem Barrieren für viele Tierarten und verhindert den genetischen Austausch. Dies würde dem Bundesprogramm Wiedervernetzung komplett widersprechen, für das DJV, NABU und weitere Naturschutzverbände jahrelang gekämpft haben: Wissenschaftler haben im Vorfeld über 30.000 Konfliktstellen mit dem Straßennetz ermittelt, die entschärft werden müssen. 

DBV, DJV und VDL weisen zudem darauf hin, dass "Vergrämung" für verhaltensauffällige Wölfe zwar immer als Lösung genannt werde, eine praktische Umsetzung aber bisher nicht funktioniert habe. Sollte der Wolf durch bewusste oder zufällige Fütterung in die Nähe des Menschen gelockt werden, besteht das Risiko, dass Wölfe zu Kulturfolgern werden. Dies gelte es unbedingt zu vermeiden.

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