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Wolfsmanagement

Wolfszäune für ganz Bayern - das wird nicht billig

von , am
04.12.2017

Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat berechnet, was es kosten würde, in Bayern flächendeckend Schutzzäune gegen den Wolf zu bauen.

Wolf Winter
Ein wolfssichere Zäunung geht kräftig ins Geld. Und nicht alle Tiere lassen sich davon abhalten. © imago/blickwinkel

Die Berechnungen lassen sich auf diesen kurzen Nenner bringen:

  • In Bayern wurden im Jahr 2017 rund 352.000 ha mit einem Umfang von insgesamt rund 122.000 km als Weiden genutzt (= theoretische Zaunlänge).
  • Als vom Wolf gefährdete Weidetiere sind vor allem Jungvieh, Mastrinder, Mutterkühe mit ihren Kälbern
  • Von den natürlichen Gegebenheiten her sind Almen/Alpen beim Wolfsschutz ausgesprochene Problembereiche. Es wird davon ausgegangen, dass dort 2/3 der Flächen (mit sehr hohem Aufwand) zäunbar sind.
  • Unter diesen Maßgaben müsste eine Gesamtstrecke von 57.405 km Weidezaun wolfssicher ausgebaut werden. Hinzu kommen wolfssichere Pferche für 226 Herdenschäfer.
  • Für die Errichtung von Schutzzäunen bei Wolfsanwesenheit errechnet sich nach derzeitigem Wissensstand eine Investitionssumme von insgesamt 241-413 Mio. € (Ø 327 Mio. €). Davon entfallen über 2/3 auf den Schutz der Rinder, obwohl das Gefährdungsrisiko beim Schaf mit Abstand am höchsten ist.
  • Die jährlichen Folgekosten der Investitionen würden 28-43 Mio. € betragen (Ø 35 Mio. €).
  • Zusätzlich ist ein erhöhter Kosten- und Arbeitsaufwand für das Ausmähen der wolfssicheren Elektrozäune, beim Pferchen in der Schafhaltung und beim Auf- und Abbau der Zäune auf Almen/Alpen zu berücksichtigen.
  • Extensive Weidewirtschaft erlaubt ökonomisch in der Regel keine Spielräume für zusätzliche Investitionen
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