Login
Deutscher Bauernverband

Zahl der Anbindehaltungen stark rückläufig

Anbindehaltung Kühe
Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
18.12.2017

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in der Milchviehhaltung einen langjährigen und stabilen Trend hin zu mehr Tierkomfort und zur Laufstallhaltung.

Die betriebliche Zukunftsplanung und Weiterentwicklung der Betriebe gehe klar weg von der Anbindehaltung. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die jüngst vom DBV-Verbandsrat verabschiedet wurde. „Wir sprechen uns für eine Strategie der positiven Anreize zur Weiterentwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung und dementsprechend gegen Verbote oder Ausschlüsse aus“, fasst DBV-Milchpräsident Karsten Schmal die wesentlichen Positionen zusammen.

 

„Mit dieser Erklärung wollen wir auf die Leistungen unserer Milchbauern in der Weiterentwicklung von Milchviehställen, aber auch auf die massiven strukturellen Brüche gerade unter den kleineren Familienbetrieben aufmerksam machen, die ein Verbot der Anbindehaltung auslösen würde. Die Diskussionen dazu auch von Seiten einiger politischer Akteure geben ernsthaften Anlass zur Sorge um die Existenz zahlreicher Milchviehbetriebe, vor allem im Süden Deutschlands“, führt Karsten Schmal weiter aus. „Dennoch sind unsere Milchbauern seit langem dabei, in einen verbesserten „Kuhkomfort“ zu investieren und sich Gedanken über eine betriebliche Zukunftsplanung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung zu machen.“

Der Rückgang der Zahl der Betriebe mit Anbindehaltungen um rund 75 Prozent in den zurückliegenden 15 Jahren belegt diese Entwicklung deutlich, so der DBV. Bereits 2010 wurden fast drei Viertel aller Milchkühe in Laufställen gehalten. Aufgrund unterschiedlich gewachsener Strukturen wirtschafteten im Jahr 2010 vor allem im Süden Deutschlands noch knapp die Hälfte der Milchbauern in Anbindeställen.

„Die Bedeutung der kleineren Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung ist dennoch sowohl für die Landschaftspflege als auch für die Grünlandbewirtschaftung groß“, betont Schmal. „Denn es sind überwiegend diese Betriebe, die kleinteilige Flächen, Hanglagen und andere ökologisch wertvolle Grenzstandorte pflegen und erhalten. Damit leisten sie auch einen Beitrag zum Klima- und Bodenschutz sowie für die Vielfalt in der Kulturlandschaft.“

Auch interessant