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KTBL-Bundeswettbewerb

Zwei bayerische Ideen räumen ab

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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
24.11.2016

Hannover - Zwei bayerische Betriebe waren unter den vier Gewinnern des Bundeswettbewerbs „Landwirtschaftliches Bauen“.

KTBL Bundeswettbewerb

KTBL-Präsident Professor Dr. Thomas Jungbluth lobte in seiner Laudatio am 15. November am Top-Tier-Treff, dass es sich hier um innovative beispielhafte Ideen sowie stimmige Betriebskonzepte handle, die konsequente Auslaufnutzung beinhalten. Ohnehin hätten alle 45 Bewerber für den Bundeswettbewerb, der von KTBL und dem Medienpartner agrarheute des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag ausgetragen wurde, Lösungen eingereicht, die sich nicht verstecken müssen.

Der Bioland-Betrieb von Ingrid und Michael Bischof in Pfaffenhofen an der Roth, Lks. Neu-Ulm, hält 52 Milchkühe samt Nachzucht. Weitere Standbeine sind Gemüseanbau und Direktvermarktung. Der Laufgang des mehrhäusigen Stalles ist hier gleichzeitig der Auslauf des zweireihigen Liegeboxenlaufstalles mit offenem First. Durch die Doppelnutzung der Bewegungsfläche und die reduzierte Dachfläche halten sich die Baukosten im Rahmen. Der gemeinsam mit der LfL entwickelte Stall passt sich mit seinem begrünten Dach sowie dem überwiegend verwendeten Baumaterial Holz perfekt in die Umgebung ein. Der Stall wird durch den Futtertisch in einen Jungvieh- und einen Milchviehbereich getrennt. Auf beiden Seiten sind zwei Reihen eingestreute Tiefboxen mit Laufgang angeordnet, davor befindet sich ein breiterer Fressgang. Nur die Liegeboxenreihen und der Futtertisch sind überdacht.

Für die Jury war das pfiffige Auslaufkonzept sowie die arbeitswirtschaftlich clevere Lösung ausschlaggebend. Positiv fand die Bewertungskommission auch, dass der Stall kein Fremdkörper in der Umgebung ist und der Auslauf kostengünstig und platzsparend für gutes Klima sorgt.

Der zweite ausgezeichnete bayerische Betrieb ist der Biolandhof von Josef Wimmer in Maitenbeth, Lks. Mühldorf am Inn, mit 9600 Masthähnchen und 40 Mastrindern. Prämiert wurde der 2012 erbaute Masthähnchenstall mit Wintergarten und Auslauf.

Überzeugt hat hier ein klar durchdachter und einwandfrei gemanagter Betrieb. Die moderne Hähnchenmast hat Vorzeigecharakter.

Der Stall mit seinem Auslauf bietet laut Jury bestechende Detaillösungen wie beispielsweise den Stallnahbereich an den Zugangsöffnungen zum Auslaufgelände. Direkt hinter den Auslaufluken hat Josef Wimmer einen ca. 1,10 m breiten Sand- und Kiesstreifen angelegt. Durch den Dachüberstand geschützt ist es hier immer trocken und die Tiere können nach Herzenslust sandbaden.

Nach jedem Durchgang recht Josef Wimmer diesen Streifen ab und bringt neues Substrat aus. Anschließend folgt ein ca. 3 m breiter bewachsener Streifen mit Rasengitterelementen, der nahtlos in die begrünte Weidefläche übergeht. So wird im Nahbereich die Grasnarbe nicht zu sehr geschädigt. In direkter Stallnähe wurden strahlenförmig Büsche und Sträucher gepflanzt, die zum Schutz vor Beschädigung durch die Hähnchen mit einem Schutzdraht ummantelt sind.

Die Ochsenmast passt perfekt ins Betriebsgeschehen. Die Tiere weiden die von den Masthähnchen nicht genutzten Flächen ab. Zudem verwerten sie das im Betrieb anfallende Kleegras.

Die beiden anderen ausgezeichneten Betriebe sind der Betrieb Jochen Kulow in Niedersachsen (Schweinehaltung) und der Betrieb Ruppmann in Rheinland-Pfalz (Milchvieh).

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