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Waldschutz

Dauerschwärmen der Fichtenborkenkäfer

Fichte mit Borkenkäferbefall
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
01.08.2018

Heiße Temperaturen und Ausflug mehrerer Jungkäfergenerationen bewirken Dauerschwärmen der Fichtenborkenkäfer – Intensive Bohrmehlsuche!

Derzeit fliegen sowohl Altkäfer als auch die Jungkäfer von Buchdrucker und Kupferstecher aus und verursachen aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen auch im Bestandsinneren starken Befall. Durch die Überlagerung der Schwärmwellen der 2. Generation sowie zur Anlage von Geschwisterbruten und Geschwister-Folgebruten ist die Angriffsdichte sehr hoch. Es werden aus den besonders betroffenen Regionen Niederbayerns Käfernestgrößen von 50-100 Bäumen berichtet. Darauf weisen Cornelia Triebenbacher, Gabriela Lobinger von der Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft  hin.

Die Suche nach Befallsherden ist jetzt unbedingt auch auf das Bestandesinnere auszuweiten. Mindestens eine Baumlänge vom Bestandsrand und auch an den Nordseiten der Bestände und Nordhängen der Mittelgebirge werden Käfernester gefunden. Durch die trockene Witterung ist das Bohrmehl jetzt gut sichtbar. Gefundene Befallsbäume müssen möglichst rasch eingeschlagen und die Brut unschädlich gemacht werden.

    Hinweis

    Wenn sich unter der Rinde Jungkäfer befinden, reicht das Fällen (auch mit Harvester) nicht aus, um die Jungkäfer am Ausflug zu hindern. Die Rinde trocknet nicht rasch genug aus. Aus diesem Grund sollte auch nicht im Bestandesinneren entrindet werden. Es ist darauf zu achten, ein Abfallen der Rinde bei der Rückung zu verhindern.

    Handlungsempfehlungen:

    1. Bohrmehlsuche auch im Bestandesinneren (mindestens eine Baumlänge vom Bestandsrand)
    2. Befallskontrolle auch in Beständen, wo bisher kein Befall vermutet (Nordseiten, -hänge)
    3. Den Wiederausflug der Elternkäfer und der jetzt fortlaufend reifenden Jungkäfer gilt es unbedingt durch rasches Handeln zu verhindern!
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