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Sägewerke

Deutsches Laubholz geht nach China

Buche
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
30.04.2018

Den Sägewerken hierzulande mangelt es derzeit am Rohstoff. Der Grund? Das Laubholz wird stammweise nach China exportiert.

„Die Versorgung unserer Sägewerke mit Buchen- und Eichenstämmen ist seit 2017 rückläufig“, bestätigt Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH). Grund dafür ist nicht, wie man meinen könnte, dass zu wenig Holz im Wald wächst – im Gegenteil: „Die Laubholzvorräte in den Wäldern sind groß und wachsen weiterhin zu“, erklärt der Forstwirst.

Die deutsche Sägeindustrie, die von der Politik und Forstwirtschaft aufgefordert wird, mehr stoffliche Laubholzprodukte zu entwickeln, darf das Holz aber nur bedingt wertschöpfen: Einerseits werden die Wälder für vermeintlichen Natur- und Artenschutz stillgelegt, andererseits wandern Buchen und Eichen, wie viele andere Rohstoffe, unverarbeitet nach China. Daten des Statistischen Bundesamtes für Januar und Februar 2018 belegen: Während es deutschen Sägern an Buchenrundholz mangelte, stieg die Ausfuhr nach China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 20 Prozent (auf 95.000 Kubikmeter). Noch dramatischer zeigt sich die Entwicklung bei Eichenstämmen. Dort hat sich die Exportquote zwischen Januar/Februar 2017 und Januar/Februar 2018 um 173 Prozent (von 6.800 auf 18.500 Kubikmeter) fast verdreifacht.

Sägewerke vor dem Aas

Die Auswirkungen des Fernost-Exports seien insbesondere in Belgien, Deutschland und Frankreich zu spüren: Im vergangenen Jahrzehnt mussten hier 350 Laubholzsägewerke (90 davon in Deutschland) schließen. Das finnische Forschungsinstitut Indufor macht den Rundholzexport nach Übersee überwiegend dafür verantwortlich.

Inzwischen ist auch die EU-Kommission auf denPAlngerufen. Die European Organisation of the Sawmill Industry (EOS) wies Ende 2017 in einem Schreiben auf die im EU-Gesetz verankerten Prinzipien der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft hin.

Unterstützung kam von Patrizio Pesci, Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses. Er bemängelt die unterschiedlichen Zoll- und Steuerbestimmungen für Rund- und Schnittholz. Verarbeitetes Holz, und damit die heimische Wertschöpfung, werde hierdurch benachteiligt. Konkrete Maßnahmen blieben bislang aus. Schmidt hofft auf eine baldige Lösung: „Wir steuern auf eine folgenschwere Fehlentwicklung in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft hin. Es ist ökologisch und ökonomisch bedenklich, wenn wir die Möglichkeit vertun, unsere Rohstoffe im eigenen Land zu verarbeiten.“

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