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Borkenkäfermonitoring

Die erste Käfergeneration noch erwischen

Larve eines Borkenkäfers
Cornelia Triebenbacher
am
05.06.2019

Verglichen mit 2018 ist die Entwicklung bisher zwar langsamer - aber von Entwarnung kann keine Rede sein. Mit den Temperaturen sind auch die Anflugzahlen gestiegen, sie weisen auf einen massiven Befallsdruck hin.

Seit Ende Mai sind beide Borkenkäferarten wieder sehr aktiv und die Anflugzahlen in fast allen Regionen Bayerns sehr hoch. Bereits mehrmals wurde an mehreren Fallenstandorten in Niederbayern und in den nordöstlichen Teilen von Oberbayern der Schwellenwert für Stehendbefall von 3000 Buchdruckern pro Woche überschritten. Wo bereits über die Ostertage starker Schwärmflug beobachtet wurde, wird jetzt der Ausflug der Altkäfer zur Anlage der Geschwisterbrut erwartet. In Regionen (Alpenvorland, südwestliche Regionen Bayerns), in denen erst in der vergangenen Woche hohe Anflugzahlen beobachtet wurden, ist das Befallsgeschehen deutlich verzögert, hier wird erst jetzt die erste Brut angelegt.

 

In allen Regionen Stehendbefall möglich

Grundsätzlich ist in Anhängigkeit vom Brutraumangebot in allen Regionen Stehendbefall möglich. Aktuell sind in den ausgelegten Bruthölzern überwiegend Larven zu finden. Puppen wurden noch nicht gefunden. Im Vergleich zum Vorjahr  erfolgte die Besiedlung heuer witterungsbedingt schleppend und verspätet. In den niedrigen und mittleren Lagen und bei einer Brutanlage nach Ostern ist bei weiterhin optimalen Temperaturen frühestens Mitte bis Ende Juni, mit dem Ausflug der ersten Käfer der 1. Generation zu rechnen.
Diese Verzögerung bedeutet jedoch keine Entwarnung für das weitere Borkenkäferjahr. Die aktuellen Anflugzahlen weisen auf einen massiven Befallsdruck hin. Es muss auch dieses Jahr bei weiter warmen Temperaturen mit der Anlage einer 3. Generation gerechnet werden!

Was jetzt zu tun ist

Nutzen Sie jeden Tag zum Auffinden und Aufarbeiten des befallenen Holzes! Um in den Regionen mit gemeldeten Stehendbefall ein erneutes Ausfliegen der Altkäfer zu verhindern, ist der unverzügliche Einschlag und Abtransport des befallenen Holzes unerlässlich!
Wenn befallenes Holz nicht ins Werk gefahren oder entrindet werden kann, muss es mit einem Mindestabstand von 500 m zu Fichtenbeständen gelagert werden. Bleiben die Polter im Wald, müssen sie mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Unbehandelte Polter in Rinde innerhalb des Waldes sind inakzeptabel. Die zur Behandlung zugelassenen Mittel finden Sie in der Onlinedatenbank des BVL https://apps2.bvl.bund.de/psm/jsp/index.jsp

Hier noch einmal die wichtigsten Maßnahmen:

  1. Kontrolle von Randbäumen auf frischen Stehendbefall: an letztjährigen Käfernestern, insbesondere wo noch immer letztjährige Käferbäume stehen, an aufgerissenen, süd- und südwestlichen Waldrändern, um befallenes liegendes Holz bzw. Holzpolter.
  2. Befallskontrolle von liegenden bruttauglichen Fichtenkronen und Resthölzern aus den Sturm- und Schneebruchschäden des Winters auf Kupferstecherbefall und unverzügliche Aufarbeitung.
  3. Einschlag von frischem Stehendbefall und unverzügliche Abfuhr aller befallenen, liegenden Hölzer!
  4. Bei stockendem Holzabfluss zeitnahe Behandlung befallener Holzpolter mit zugelassenen Insektiziden!

Die schnelle Reaktion auf Käferbefall und gründliche Aufarbeitung in der ersten Schwärmwelle sind besonders wirkungsvoll für eine erfolgreiche Abschöpfung der Käferpopulation und die Eindämmung der Befallsausbreitung!

Die aktuelle Gefährdungseinschätzung zu Buchdrucker und Kupferstecher für Ihre Region finden Sie hier https://www.fovgis.bayern.de/borki/

 

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