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Unfallschutz

Totholz schneiden ist tödlich

Totholz
SVLFG
am
11.04.2018

Jahr für Jahr ereignen sich schwere Unfälle beim Fällen von Totholzbäumen oder weil Totholzbäume in der Nähe von Bäumen stehen, die gefällt werden.

Die Gefahr, die von solchen Bäumen ausgeht, wird meistens unterschätzt. Diese haben keine Stabilität und können jederzeit abbrechen. Um solche Unfälle zu vermeiden, einige Tipps von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft:

  • Totholzbäume sind Bäume, die schon einige Jahre dürr im Wald stehen und nicht gefällt wurden. Man erkennt diese sehr gut an der Schwammbildung (Schimmelbildung).
  • Machen Sie bei der Fällung eine genaue Baumansprache, achten Sie besonders auf das Totholz in der Baumkrone und darauf, dass keine dürren oder verfaulten Bäume im Gefahrenbereich stehen.
  • Wenn sich Totholz um den Baum und in der Baumkrone befindet, ist der Einsatz einer Seilwinde lebensnotwendig: Totholzbäume werden mit der Seilwinde umgezogen und nicht mit der Motorsäge gefällt.
  • Sind größere Todholzbäume zu fällen, wird das Seilwindenseil so hoch wie möglich am Baum befestigt. Vom Besteigen der Bäume ist abzuraten, deshalb die Königsbronner Anschlag - technik verwenden. Mehr Information unter www.fbz-koenigsbronn.de
  • Können Bäume nicht umgezogen werden (zu stark oder zu stabil), wird ein Fallkerb angelegt – in die Richtung, in die mit der Seilwinde gezogen wird. Beim Fällschnitt wird eine große Bruchleiste belassen. Mindestens doppelt so stark als bei normaler Fällung. Der Baum wird nicht umgekeilt sondern mit Hilfe der Seilwinde abgebrochen.
  • Vor dem Schneiden des Baumes wird mit der Seilwinde erst einige Male daran gezogen, um die Stabilität zu testen. Dürre Äste und Gipfelstücke des Baumes brechen dabei meistens schon ab. Vorsicht: beim Ziehen darf sich keine Person im Gefahrenbereich aufhalten.
  • Das Tragen der kompletten Schutzkleidung, besonders des Forsthelms, ist zwingend erforderlich.
Um sicher zu arbeiten, ist Wissen und Können gefragt – das kann man in der Waldbauernschule Kelheim erlernen. Günter Stemplinger
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