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Kommentar

Vorsorgen

Hans Ludwig Körner
am
29.08.2018

Es ist die zentrale Zukunftsfrage: Mit welchen Baumarten gelingt es uns, dem Klimawandel zu trotzen? Die Forschung arbeitet mit Hochdruck an der Antwort.

In „normalen“ Zeiten würden Sie sich jetzt Gedanken über die kommende Holzeinschlagsaison machen. Wo ist Pflege erforderlich, wo kann ich nutzen und wo ist Waldumbau mit Herbstpflanzung möglich und nötig? Doch vieles ist anders nach diesem Sommer. Kalamitäten aus Stürmen und Borkenkäfer haben das gewohnte Forstwirtschaftsjahr mächtig durcheinandergewirbelt. Wird in der Landwirtschaft die Ernte im Sommer und frühen Herbst eingefahren, müssen Waldbesitzer inzwischen das ganze Jahr die Bestände kontrollieren und Nothiebe zum Waldschutz durchführen. Eine enorme Herausforderung und Belastung. Planbare Forstwirtschaft ist das nicht mehr.

Das Käferjahr 2018 zeigt sich in Bayern sehr unterschiedlich. Manche Gegenden sind zum Glück weitgehend verschont, in anderen hat der Käfer voll zugeschlagen. Auch in Nordbayern tritt der Käfer jetzt vermehrt auf. Wir rechnen damit, dass 2018 noch mehr Käferholz anfallen wird als in den Vorjahren. Schlimm genug. Doch jetzt treffen wir noch auf einen kalamitätsbedingt nahezu verstopften Holzmarkt. Nach wie vor drückt Holz aus Nord- und Mitteldeutschland und aus den Nachbarländern in unsere Sägewerke. Deshalb: Wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, vermeiden Sie Frischholzeinschlag.

Dennoch sollten Sie sich Gedanken über die Zukunft ihres Waldes machen. Es bleibt noch genug Zeit, eine Herbstpflanzung vorzubereiten. Informieren Sie sich über geeignete Baumarten. Und vergessen Sie nicht die Empfehlung von Martin Luther: „Wenn ich wüsste dass morgen die Welt unterginge, so würde ich noch heute einen Apfelbaum pflanzen“. Nun spielt der Apfelbaum forstlich keine Rolle. Im übertragenen Sinne gibt es aber nichts vernünftigeres, als einen Baum zu pflanzen.

Bei der Auswahl der Baumarten und bei Fragen der praktischen Waldarbeit, empfehlen wir einen Blick in das in Kürze neu erscheinende Programm der Bayerischen Waldbauernschule mit vielen hilfreichen Kursangeboten. Oder beraten Sie sich mit Ihrer WBV/FBG oder dem Beratungsförster bei den Ämtern.

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