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Holzmarkt

Waldbauern sitzen auf dem Trockenen

Brennholzpolter_ke
Externer Autor
am
29.05.2019

Waldbesitzer leiden massiv unter Kalamitäten und dem desolaten Holzmarkt.

Wetterextreme haben tiefe Spuren in den Wäldern Bayerns und Mitteleuropas hinterlassen und zu einer desolaten Lage auf den Märkten für Nadelholz geführt. Darauf weist das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes in einer aktuellen Stellungnahme hin. Der Verband erkennt das Maßnahmenpaket der Staatsregierung zur Bekämpfung der Borkenkäfer aus 2018 an, das auch auf gemeinsame Initiative mit dem Waldbesitzerverband und den Familienbetrieben Land und Forst zustande gekommen ist. Auch die aktuelle Erweiterung und die Initiative der Staatsregierung zur steuerlichen Entlastung auf Bundesebene werden als wichtige Impulse zur Unterstützung der betroffenen Waldbesitzer gewürdigt.
Dennoch lässt die aktuelle Situation im Wald und auf dem Holzmarkt befürchten, dass der bislang erfolgreiche Waldschutz in Bayern in Gefahr gerät. Es drohen größere Schäden als 2018 (5 Mio. fm). Deshalb sind zusätzliche Schritte zur Unterstützung der bayerischen Waldbesitzer dringend notwendig:
  • Anhebung der Förderung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung durch zusätzliche Haushaltsmittel auf 15 €/fm. Das würde bei durchschnittlich 30 €/fm Aufarbeitungskosten etwa einer 50-prozentigen Beihilfeintensität entsprechen. Nur so ist ein rascher Einschlag und Abtransport der befallenen Stämme aus den Wäldern sicherzustellen.
  • Umgehende Erarbeitung einer EU-notifizierten Kalamitätsschadensrichtlinie, die alle Instrumente enthält, die zur Bewältigung von Kalamitäten und Naturkatastrophen notwendig sind. Denn die bestehenden forstpolitischen Instrumente bieten keinen ausreichenden Spielraum, mit Kalamitäten ist aber künftig vermehrt zu rechnen.
  • Umgehende Erarbeitung einer EU-notifizierten Richtlinie zur Förderung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse: Die neue Fördermöglichkeit für die Zusammenschlüsse (siehe unten), etwa für die Organisation von überbetrieblichen Bekämpfungsmaßnahmen, wird vom Präsidium begrüßt, an ihr zeige sich aber auch die Notwendigkeit einer eigenen EU-notifizierten Richtlinie.
  • Pflanzenschutz dauerhaft sicherstellen: Auch wenn die chemische Behandlung das letzte Mittel ist, müssen Pflanzenschutzmittel verfügbar und rechtssicher anwendbar sein. Die Staatsregierung soll sich deshalb auf Bundesebene für eine Einigung in den Zulassungsverfahren und in den Genehmigungstatbeständen einsetzen.
  • Zur Bewältigung der aktuellen Krise ist die Solidarität aller Waldbesitzer unerlässlich. Deshalb sollte der Einschlag von frischem Fichtenstammholz bis auf Weiteres unterbleiben und der Käfersuche und Aufarbeitung des Kalamitätsholzes höchste Priorität eingeräumt werden.
  • Der Klimawandel bedroht die bayerischen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. Deshalb werden Soforthilfen für die Wälder und die Waldbesitzer und gesetzliche Regelungen zum Schutz der Wälder vor den Klimafolgen benötigt. Dazu zählt auch eine konsequente Jagd im Sinne der Waldbesitzer und Gesetze.
Das BBV-Präsidium betont, dass die Wälder systemrelevant sind – und damit deren Schutz und Erhalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt.
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