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Milchmarkt

Anbindehaltung nicht diskriminieren

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
30.10.2018

Bayerische Milchviehhhalter mit Anbindeställen sind in Sorge. Sie befürchten, dass es in naher Zukunft Preisabschlägen auf ihre Milch gibt oder dass sie gar nicht mehr abgeholt wird.

Anbindehaltung

Grund dafür sind aktuelle Aktivitäten einzelner Marktpartner, zum Beispiel Pläne zu nach Haltungsform differenzierten Milchpreisen oder derzeit kursierende Fragebögen, aus welcher Haltungsform die gelieferte Milch stamme. Während die Politik die Gefahren einer Befristung der Anbindehaltung erkannt und von einem Verbot Abstand genommen hat, treiben damit einzelne Lebensmitteleinzelhändler und Molkereien die Diskussion weiter an und erhöhen stetig den Druck auf die Milcherzeuger. Sie stellen immer höhere Anforderungen und diktieren so Rahmenbedingungen, die einen Großteil der Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung vor grundlegende existentielle Herausforderungen stellt.

Die Kreiobmänner  in Bayern haben ihren Kollegen nun den Rücken gestärkt, indem sie Befristung der Anbindehaltung ablehnen  und eine Gleichbehandlung des Qualitätsprodukts Rohmilch fordern.

Die Hälfte der Betriebe betroffen

In Bayern halten rund die Hälfte der mehr als 30.000 Milchviehbetriebe ihre Tiere in Anbindehaltung und wären durch die Marktaktivitäten gefährdet. Durch die hohen Anforderungen der Marktpartner, befürchten die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes einen massiven Strukturbruch in der bayerischen Milchviehhaltung, weil damit kleinere und mittlere Betriebe vor das Aus gestellt würden.

Die Verbandsvertreter stellen sich hinter die betroffenen Betriebe und fordern die Marktpartner eindringlich auf, ihre Aktivitäten zu unterlassen. „Diese Aktivitäten lehnen wir entschieden ab. Milch aus Anbindehaltung ist gleich viel wert und darf nicht diskriminiert werden“, sagt Bauernpräsident Walter Heidl.

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