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Wolfgang Piller
Ein Kommentar von Wochenblatt - Redakteur Wolfgang Piller © Archiv/BLW
von , am
10.08.2017

München - Das Donau-Soja-Logo steht für europäische und gentechnikfreie Erzeugung.

Wolfgang Piller
Ein Kommentar von Wochenblatt - Redakteur Wolfgang Piller © Archiv/BLW

Transparenz schützt nicht zu 100 % vor Skandalen, das zeigt Fipronil ein weiteres Mal. Aber sie hilft im Normalfall und selbst im Fall eines Skandals dabei, Produkte zu unterscheiden. Das könnte im Moment bayerischen Eiererzeugern etwas aus der unverschuldeten Patsche helfen. Ähnliches gilt für das Donau-Soja-Projekt und das damit verbundene Label. Zwar ist es zunächst nur ein weiteres Zertifikat, das mit Kontrollen und Schreibarbeit verbunden ist. Doch ohne ein solches Label wäre der Nutzen – in diesem Fall die europäische und gentechnikfreie Erzeugung – nicht am Markt darzustellen.

Ohne Label müsste das heimische Sojafutter schlicht und einfach mit Soja aus Südamerika konkurrieren und wäre auf Teufel komm raus dem Weltmarktpreis unterworfen. In diesem Fall wäre der Sojaanbau hierzulande nicht konkurrenzfähig. So kann er sich langsam entwickeln. Gefahr droht natürlich durch einen Skandal. Vor allem darf eines nicht passieren: Dass gentechnisch erzeugte Sojabohnen untergemogelt werden. Transparenz und Kontrolle bieten hier den besten, wenn auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Trotzdem müssen wir im nächsten Jahr mit einer Anbaudelle rechnen. Grund ist das Pflanzenschutzverbot seitens der EU für Körnerleguminosen auf Greeningflächen. Hier haben sich im EU-Parlament die Partei-Ideologen wider jede Vernunft durchgesetzt. Wieder einmal konnte sich die Politik nicht auf ihre Ziele einigen. Ganz offenbar dürfen derzeit agrarpolitische Maßnahmen eines nicht: Den Bauern helfen. Und das tun die Leguminosen und vor allem auch die Sojabohne. Sie lockert Fruchtfolgen auf, vermindert den Mineraldüngerbedarf und legt die Grundlage für eine bäuerliche Wertschöpfung. Donau-Soja hat dafür das nötige Gesicht und noch viel wichtiger die ersten Strukturen geschaffen. Man muss ihm zweierlei wünschen: Es sollte skandalfrei bleiben und die Politik möglichst gut überstehen.

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