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Milchmarkt

EU-Milchproduktion soll heuer um 0,7% steigen

Südbayerische Molkereien
aiz
am
26.04.2019

Exporte von Käse dürften weiter zulegen.

Brüssel - Die Milchproduktion der EU dürfte im Jahr 2019 weiter zunehmen. Die Zahl der Milchkühe war im Dezember 2018 in der Union zwar um 1,6% geringer als ein Jahr zuvor und die extreme Trockenheit des vergangenen Sommers wirkte sich negativ auf die Futterversorgung der Tiere aus. Ein erhöhter Kraftfutteraufwand in zahlreichen Ländern lässt jedoch die Milchleistungen je Kuh wieder steigen. Somit dürfte die Rohmilch-Anlieferung im ersten Quartal 2019 nur um 1% unter dem Rekordwert des Vorjahres liegen. Im Frühjahr und in der zweiten Jahreshälfte könnte die Erzeugung - normale Witterungsbedingungen vorausgesetzt - kontinuierlich zulegen und im Jahresschnitt um 0,7% auf 167,3 Mio. t steigen. Dies geht aus der jüngsten Kurzfrist-Prognose ("Short Term Outlook") der EU-Kommission hervor.

Die Entwicklung der Erzeugermilchpreise dürfte in den kommenden Monaten in der EU von der global anhaltend guten Nachfrage nach Molkereiprodukten und den geräumten Interventionslagern im Bereich Magermilchpulver positiv beeinflusst werden, so die Kommission. Gleichzeitig wirken der deutliche saisonale Anstieg der Anlieferung bis Mai sowie die höheren Fettgehalte der Rohmilch einer Verbesserung der Erzeugerpreise entgegen.

EU ist weltweit führender Exporteur

Der Welthandel mit Milchprodukten wurde im Jahr 2018 um 3% gesteigert. Die EU konnte dabei ihre Position als global größter Exporteur mit einem Marktanteil von 32% bei Molkereierzeugnissen (ohne Babynahrung) verteidigen. Der Rückgang der US-Ausfuhren nach China aufgrund des Handelskonflikts ermöglichte es den europäischen Produzenten, die Lieferungen in das Reich der Mitte um 11% zu erhöhen. 2019 hält die EU-Kommission weitere Steigerungen in diesem Bereich für wahrscheinlich.

Käse ist wertmäßig mit einem Anteil von fast 40% das wichtigste Exportprodukt der europäischen Milchwirtschaft. Im Jahr 2018 konnten die EU-Ausfuhren auf dem hohen Niveau von 833.000 t stabilisiert werden. Die geringeren Lieferungen in die USA (-5%) konnten durch erhöhte Exporte nach Japan (+12%) und in die Schweiz (+2%) wettgemacht werden. Das Freihandelsabkommen mit Japan und die gute Nachfrage am Weltmarkt werden nach Ansicht der EU-Experten für 2019 zu einer Steigerung der EU-Käseexporte um rund 1% führen. Auch der Konsum dieses Milchprodukts am Binnenmarkt dürfte heuer leicht zunehmen.

Bei Magermilchpulver konnte die EU ihre Exporte 2018 um mehr als 5% erhöhen. Trotz der innerhalb der Union gestiegenen Preise dürften die europäischen Produzenten am Weltmarkt weiterhin wettbewerbsfähig bleiben und könnten ihre Drittlandexporte heuer um weitere 3% ausdehnen, so die Prognose der Kommission. Dem gegenüber sanken im vergangenen Jahr die EU-Exporte von Vollmilchpulver um 15%. Dieser Trend wird sich voraussichtlich 2019 fortsetzen. Die Produzenten der Union dürften Marktanteile an Neuseeland - den mit Abstand größten Anbieter von Vollmilchpulver am Weltmarkt - verlieren.

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