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Marktlage

Fingerspitzengefühl im Biomilchmarkt gefordert

Biomilch
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
31.10.2018

Der Biomilchmarkt ist seit Jahren auf einem stabilen und guten Niveau. Die Erzeugerpreise tummelten sich an der 50-Cent-Linie.

Aktuell hat der Preis ein bisschen nachgegeben. Laut den Zahlen des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) lag der Preis im September in Bayern bei durchschnittlich 47,9 ct/kg Milch (bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß, netto). Preise, von denen die konventionell wirtschaftende Betriebe nur träumen können.

Mit 35,2 ct/kg im September (Quelle: VMB) fehlen fast 13 ct im Vergleich zu den Biobetrieben. Kein Wunder, dass viele auf Bio umstellen. Die Frage wird aber sein: Wie viel mehr Milch verträgt der Biomilchmarkt? Die Steigerungsraten waren in diesem Jahr bisher enorm. Zum einen, weil die bestehenden Lieferanten, mehr geliefert haben, zum anderen, weil Umstellungsbetriebe neu hinzugekommen sind.

Wohl dem, der bereits Vorverträge unterzeichnet hatte. Die steigenden Milchmengen werden auf dem Markt, der allerdings weniger stark wächst als das Plus an Milchmenge, gut aufgenommen. Um die bisherige Nachfrage stillen zu können, musste bisher viel Ware importiert werden. Einen Teil des Imports produzieren wir jetzt selbst und das ist gut so.

Kritisch wird es aber wohl werden, wenn die Mengen weiter deutlich steigen, und das heimische Angebot die Nachfrage im Land überflügelt. Wenn ein Markt zum Exportmarkt wird, kann es schnell gefährlich werden. Es entstehen Abhängigkeiten und die Preise werden von denen diktiert, die am längeren Hebel sitzen. Hier werden die Biomolkereien viel Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Ein Überhitzen des Marktes wäre nicht im Sinne der Erzeuger.

Was wunderbarerweise dem Biomilchmarkt auch hilft, wären bessere Preise für konventionelle Milch. Der Preisunterschied zu Bio wäre dann nicht mehr so groß, und die Verbraucher greifen eher zur Bioware. So hätten alle Milchbauern was davon.

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