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Trockenheit

Folgeschäden durch die Dürre

Dürre Weide
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
11.10.2018

Die Dürre hatte heuer ganz Deutschland im Griff. Der Unterschied ist – mancherorts war sie früher beendet als anderswo.

Wolfgang Piller

Und in manchen Gegenden hält sie im Grunde noch an. In der Wasserbilanz im Norden und Osten Bayerns fehlen noch immer Hunderte Liter Wasser. Das einzig Gute daran ist, so könnte man etwas sarkastisch sagen, dass das vielleicht davon abhält, alle Schäden aufzusummieren. Doch es hilft nichts: Am Ende muss abgerechnet werden und dann wird sich zeigen: Wo die Erträge abgestürzt sind, reißt das eine Lücke in die Kasse. Es ist schon zu hören, dass der Z-Saatgutverkauf enorm zurückgegangen ist, weil es Betrieben, vor allem auch im Osten Deutschlands, an Liquidität fehlt.

Dabei sind ja häufig die Folgeschäden noch gar nicht abzuschätzen. Denn das Drama ist vielerorts längst nicht zu Ende: Manch neue Rapssaat ist schon wieder umgebrochen, Zwischenfruchtbestände werden zu wenig Mulch für einen Erosionsschutz liefern, was das Ausfallgetreide im nächsten Jahr anrichtet, ist noch nicht abzusehen. Von den Wiesen ganz abgesehen: Niemand weiß, wie sie im nächsten Frühjahr aussehen werden. Teure Saaten der letzten Jahre werden vorzeitig kaputt sein, womöglich der Ertrag im nächsten Jahr jetzt schon begrenzt. Und dann gibt es ja noch das Unkraut, das in die Lücken schlüpft.

Der Markt gleicht dies nicht aus. Dafür ist er natürlich auch nicht da. Beruhigend für die Psyche ist, dass die Preise zumindest etwas gestiegen sind. Sonst müsste man sich tatsächlich vergessen fühlen. Freuen können sich all jene, die als erstes vom Dürreende erlöst wurden. Wer etwas zu verkaufen hat, profitiert. Vielleicht lässt sich auch mit etwas Ware auf nochmals steigende Preise warten. Zugreifen sollte man bei Preisen, die derzeit für die nächste Ernte geboten werden. Es wird sich ja hoffentlich ein solches Extremjahr nicht gleich wiederholen.

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