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Getreide

Ackerbau gerät an Grenzen

von , am
17.07.2015

<b>Bernburg-Strenzfeld</b> - Waren für erfolgreiches Wirtschaften in der Vergangenheit nur wenige Werkzeuge und Bausteine notwendig, so muss der Ackerbauer künftig (wieder) eine breitere Klaviatur beherrschen.

© Wolfgang Piller
So lautete der Tenor auf der diesjährigen Pflanzenbautagung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) in Bernburg-Strenzfeld. In den kommenden Jahren wird im chemischen Pflanzenschutz nur noch ein kleineres Wirkungsspektrum zur Verfügung stehen. Die großen Reduzierungsgründe sind die Zulassungsbeschränkungen, Resistenzen und eine leere Wirkstoffpipeline in der Pflanzenschutzmittelforschung. Am Beispiel Ackerfuchsschwanz machte Manja Landschreiber von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein klar, dass die ganz einfachen Lösungen aus der Pflanzenschutzecke nicht mehr ziehen und die einfache Lösung wie Pflügen auch nicht hilft. Jetzt sind die alten Tugenden des Ackerbaus wieder gefragt, die eine ganze Generation von Landwirten nicht mehr angewendet hat. Das beginnt mit späteren Säterminen und höherem mechanischen Einsatz bis hin zu Hacke und Striegel. Die Stellschrauben, an denen im Marktfruchtbau als Erstes mehr gedreht werden muss, um Resistenzen zu begegnen, sind die Integration von Sommerungen in der Fruchtfolge, der Einsatz wendender Bodenbearbeitung und spätere Saattermine. Das sind für Landschreiber die Sofortmaßnahmen, die greifen können. Daraus könnte gleichzeitig auch ein Weg hin zur Imagepflege werden.
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