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Agrarhandel im Wettbewerb

Agrarhandel
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
18.01.2018

Wozu braucht der Ackerbauer Wettbewerb im Agrarhandel, wenn der Getreidemarkt seit Jahren kaum einen müden Euro zusätzlich herausspringen lässt.

Wolfgang Piller

Wettbewerb belebt das Geschäft. Doch wozu braucht der Ackerbauer Wettbewerb im Agrarhandel, wenn der Getreidemarkt seit Jahren kaum einen müden Euro zusätzlich herausspringen lässt. Ob BayWa, Raiffeisen-Lagerhaus, regionaler Landhändler oder Bayernhof – die Grenzen beim Bezahlen des Weizens, des Rapses oder der Braugerste sind eng und bei allen gleich schnell erreicht. Also, was soll’s, ob es beim Agrarhandel noch Wettbewerb gibt?

Die Antwort werden jene Landwirte schnell geben, die dort leben, wo der örtliche Landhändler zugemacht hat und überhaupt kein Lagerhaus mehr in der Nähe ist. Diese Regionen gibt es mittlerweile auch in Bayern. Wenn ich für jede Fuhre Weizen oder jeden Einkauf eines Betriebsmittels 40 Kilometer weit fahren muss, dann ist die Lücke schnell spürbar.

Dass es so weit gekommen ist, hat sicher etwas mit dem Wachstum der BayWa zu tun. Ihre Größe hat manch anderen Händler klein gemacht, ihre Größe hat dazu geführt, dass ihr selbst mancher Standort zu klein geworden ist. Die Politik der BayWa war in den letzten Jahren ganz klar: Große Standorte ausbauen, kleinere aufgeben.

Wo sich Lücken auftun, entstehen Chancen für andere. Die Bayernhof hat das offenbar nutzen können. Sie hat sich als Getreide- und Rapshändler festgesetzt. Sie hat in eigene Läger investiert und sich damit Gewicht verschafft. Sie hat auch neue Geschäftsfelder beackert, ausgebaut und vorangebracht.

Wenn kleine Geschäftsfelder größer werden, wird auch der große Konkurrent darauf aufmerksam werden. Das Beispiel heimischer Soja zeigt das. Es wird sich weisen, wer dann besser ist. Denn das ist ebenfalls Teil im Wettbewerb: Es geht nicht nur um den Euro Unterschied im Ein- und Verkauf, es geht ja auch um Service und um Zuverlässigkeit. Ohne Wettbewerber kann sich jeder locker zurücklehnen, im Wettstreit muss sich jeder rühren. Das belebt und nutzt den Kunden, also den Ackerbauern.

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