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Dänenweizen

Weizen Aehren
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
16.11.2017

Als die Eiweißgehalte im Weizen bei unter 9 % angelangt waren, haben sogar die Dänen ihr Stickstoff-Düngeregime gelockert.

Wolfgang Piller

Soweit sind wir noch lange nicht und soweit will es auch niemand kommen lassen. Doch das Thema Stickstoffobergrenze, und die N-Bedarfsermittlung ist im Grunde eins und müssen alle Ackerbauern ernst nehmen.

Jetzt könnte beim Blick auf die Sollwerte mancher Weizenerzeuger versucht sein, eine der ertragreicheren E-Weizensorten anzubauen, damit etwas mehr Stickstoff düngen zu dürfen, wenig an Ertrag zu verlieren und dafür einen kleinen E-Weizenbonus mitzunehmen. Doch diese Strategie stellt die Weizenerzeuger auf dünnes Eis.

Denn zum einen ist der Markt für E-Weizen schmal, eine Überversorgung schnell erreicht und damit ein Einbruch nicht unwahrscheinlich. Zum anderen aber hat die Düngeverordnung ja den ausgewiesenen Zweck, das Grundwasser vor Nitrateinträgen zu schützen. Ackerbauern werden nicht nur daran gemessen, ob sie die Düngeverordnung einhalten – daran auch – sondern, ob sie die Nitrateinträge herunterbringen. Gelingt das nicht oder gelingt das zu langsam, werden die Trinkwasserversorger nicht lange warten, um Alarm zu schlagen, und der Gesetzgeber wird nicht lange brauchen, um die Schrauben weiter anzuziehen.

Dann aber könnte das Erzeugen von Qualitätsweizen tatsächlich schwer werden. Das wäre gerade für die bayerischen Weizenerzeuger ein Problem. Denn anders als die norddeutschen Ackerbauern schaffen sie hier nicht die zuverlässig hohen Erträge, ihr Pfund ist die Qualität.

Das kann in Zukunft auch die Ware für den Export sein. Dann nämlich, wenn die (unterversorgten) norddeutschen Erträge nicht einmal mehr Exportqualitäten zulassen. Trotzdem, oder genau deshalb, sollten die hiesigen Ackerbauern ihre Produktionsgrundlage nicht für einen zweifelhaften, kurzfristigen Erfolg aufs Spiel setzen. Dänemark winkt immer noch aus der Ferne.

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