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Ernte 2018

Einbruch der bayerischen Getreideernte von elf Prozent erwartet

Bio-Weizen
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
06.08.2018

Voraussichtlicher Hektarertrag von Winterweizen auf 68,9 Dezitonnen und von Wintergerste auf 63,3 Dezitonnen geschätzt.

Erste Schätzungen der bayerischen Getreideernte (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung (Berichtsmonat Juni) belaufen sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik im Jahr 2018 auf rund 6,2 Millionen Tonnen (t). Damit läge die Erntemenge voraussichtlich um 11,2 Prozent unter der des Vorjahres bzw. um 11,4 Prozent unter dem sechsjährigen Mittel.

Zurückzuführen ist die niedrige Erntemenge auf die vorherrschenden extremen Wetterbedingungen in vielen Regionen Bayerns, die das Pflanzenwachstum und die Kornreifung negativ beeinflussen.

Nach Angaben der Berichterstatter sank der Durchschnittsertrag bei der flächenstärksten Getreideart Winterweizen auf 68,9 Dezitonnen (dt), 9,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei einer gleichzeitigen Flächenabnahme in Höhe von 2,1 Prozent auf 498.600 Hektar (ha) errechnet sich beim Winterweizen eine Erntemenge von rund 3,4 Millionen t, 11,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Hektarertrag bei Wintergerste liegt nach derzeitigen Schätzungen bei voraussichtlich 63,3 dt. Dies wäre ein Rückgang um 15,9 Prozent. Bei einer gegenüber dem Vorjahr geringfügig höheren Fläche von rund 231.600 ha (+ 0,9 Prozent zu 2017) errechnet sich hierdurch eine Erntemenge von rund 1,5 Millionen t (- 15,2 Prozent zu 2017).

Nach den ersten Angaben der Berichterstatter liegt der durchschnittliche Hektarertrag bei Sommergerste bei 50,0 dt. Trotz des niedrigeren Flächenertrags (- 7,6 Prozent zu 2017) wird durch Ausweitung des Anbaus auf rund 108.000 ha (+ 9,8 Prozent zu 2017) eine Erntemenge von rund 540.300 t (+ 1,5 Prozent zu 2017) prognostiziert.

Der geschätzte Ertrag bei Roggen und Wintermenggetreide liegt bei 52,5 dt, das ist ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber 2017. Da zudem die Anbaufläche auf rund 36.300 Hektar (+ 8,3 Prozent) gestiegen ist, würde auch die Erntemenge relativ deutlich um 11,7 Prozent auf 190.800 t zunehmen.

Bei Winterraps sind nach den ersten Schätzungen deutliche Ertragseinbußen zu erwarten. Der geschätzte Hektarertrag von 31,4 dt unterschreitet den Vorjahreswert stark (- 17,8 Prozent). Die Winterrapsfläche beträgt voraussichtlich 116.900 ha (- 1,3 Prozent zu 2017) und liefert somit nur eine Erntemenge von lediglich rund 366.700 t (- 18,9 Prozent zu 2017).

Die ersten Schätzungen beruhen auf Angaben der Ernteberichterstatter zum Berichtmonat Juni und den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung. Daher können sie nur als erste Näherungswerte herangezogen werden.

Ende August 2018 werden erneut Ernteschätzungen vorliegen (Ergebnis aus der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter).

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