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Biokraftstoffe der ersten Generation

Einsatzvolumen aufrecht erhalten

pd
am
30.01.2017

Berlin - Deutsche und französische Ölsaatenerzeuger fordern eine Beibehaltung der Ziele für die Biokraftstoffe der ersten Generation in der Erneuerbare Energien-Richtlinie nach 2020.

Raps abtanken

Auf Einladung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) haben Vertreter der Fédération française des producteurs d'oléagineux et de protéagineux (Fop) unter Leitung ihres stellvertretenden Vorsitzenden, Arnaud Rousseau, und der Ufop unter Leitung ihres Vorsitzenden, Wolfgang Vogel, am 25. Januar 2017 in Berlin über die aktuelle Situation der Feldbestände und weitere Fragen des Sektors beraten. FOP und UFOP repräsentieren die wichtigsten Branchenorganisationen von Ölsaaten und Eiweißpflanzen in Frankreich und Deutschland.

Ufop und Fop forderten als Ergebnis ihrer Beratungen die Aufrechterhaltung der Ziele für die Biokraftstoffe der ersten Generation in der Erneuerbare Energien-Richtlinie für die Jahre 2020 - 2030. Dies sei die Voraussetzung dafür, um Landwirten und Biokraftstoffproduzenten eine Perspektive zu geben und die ehrgeizigen Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien für 2030 zu erreichen. Für die beiden Organisationen darf die Entwicklung im Bereich Erneuerbarer Energien die bereits heute eingesetzten erneuerbaren Biokraftstoffe aus Raps nicht gefährden, die auch Proteinfuttermittel liefern. Stattdessen müssen deren Vorteile berücksichtigt und fortgeschrittene Biokraftstoffe ergänzend dazu gefördert werden.

Der Schwerpunkt der Beratungen von Ufop und Fop in Berlin lag auf den aktuellen energiepolitischen Vorschlägen der Europäischen Kommission. In ihrem "Winterpaket" hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, die Kappung der Biokraftstoffe der ersten Generation von 7% im Jahr 2020 auf 3,8% im Jahr 2030 abzusenken. Darüber hinaus ist die Einführung obligatorischer Ziele für fortschrittliche Biokraftstoffe vorgesehen, ohne die Ziele im Verkehrsbereich weiterzuentwickeln. Die Absatzmöglichkeiten der Ölsaatenerzeuger sind durch diese Vorschläge unmittelbar bedroht. Ohne Zielvorgaben im Verkehrssektor könnten die Vorschläge der Kommission zum Ende des Sektors der ersten Generation der Biokraftstoffe führen, was zu einem Rückgang der Erzeugerpreise und zu einem Rückgang der Rapsanbaufläche in ganz Europa führen würde.

Fop und Ufop widersprechen der Analyse der EU-Kommission und weisen auf die Konsequenzen des Vorschlages für die europäische Landwirtschaft hin. Die weitere Einschränkung der Biokraftstoffe der ersten Generation führt zu einer Verschärfung des bereits bestehenden europäischen Defizits an pflanzlichen Proteinen und schränkt die Vielfalt der Fruchtfolgen ein. Für Ufop und Fop muss sich der europäische Anspruch in Bezug auf erneuerbare Energien in einem Festhalten an einem Anteil von 7% für die Biokraftstoffe der ersten Generation ausdrücken, die auch Proteine und Futtermittel liefern, aber auch in einer langfristigen Entwicklung der fortschrittlichen Biokraftstoffe auf der Grundlage der ersten Generation und in der Festlegung verbindlicher Ziele für den Verkehrssektor. Fortschrittliche Biokraftstoffe werden erst in einigen Jahren in einem signifikanten Umfang zur Verfügung stehen; ihre Rentabilität ist bisher nicht erwiesen. Ufop und Fop betonen ebenfalls, dass die Biokraftstoffe der ersten Generation, die nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion in Europa stehen, ein hohes Maß an Nachhaltigkeit widerspiegeln, bereits heute im Markt vorhanden sind und notwendig sind, um die ehrgeizigen Ziele in Bezug auf erneuerbare Energien, insbesondere im Verkehrssektor, zu verwirklichen. Fop und Ufop fordern die EU-Kommission auf, im Jahr 2025 eine Überprüfung der Ziele im Hinblick auf die Entwicklung der fortschrittlichen Biokraftstoffe vorzunehmen.

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