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Lebenshaltung

Essen und fressen von A bis Z

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
20.10.2016

München - Wenn man sich die schon länger stattfindende gesellschaftliche Diskussion ansieht oder noch viel schlimmer anhört, hat man den Eindruck, dass man den Damen und Herren da draußen gar nichts mehr recht machen kann.

Tierhaltung, Fütterung, Maisanbau, alles ist plötzlich ganz schrecklich. Wenn der Mais auf meinen Flächen hervorragend wächst, warum soll ich dann etwas anderes anbauen?

Es ist entweder ein Großteil der Gesellschaft oder ein besonders lauter Teil davon, der vergessen hat, dass ein Landwirt wirtschaften muss und davon seinen Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestreiten muss. Doch in manchen Kreisen scheint der Landwirt ein störendes Hindernis zu sein und alles falsch zu machen. Der Grund dafür liegt zum einen in der Entfremdung des Menschen von seinen tatsächlichen Lebensgrundlagen und zum anderen an den Begleiterscheinungen des Wohlstands und des Friedens: Egoismus, Eigennutz und Kurzsichtigkeit. Ernährung heißt für viele, bunte Plastiktütchen mit Essen aufzureißen, auf denen Werbeslogans prangen, die Gesundheit und Stärke versprechen. Das hat mit der eigentlichen Produktion von Lebensmitteln, wie sie die Landwirte leisten, nichts mehr zu tun. Und selbst die Plastiktütchen-Fraktion scheint hin und wieder einen hellen Moment zu haben und sich dabei zu denken: „Das will ich ja gar nicht.“

Und offenkundig verwechseln dabei viele die Plastiktütchen mit dem, was auf den Feldern geerntet, in den Ställen gemolken und in den Mastbetrieben gefüttert wird. Die Folge davon ist, dass der Landwirt für etwas verantwortlich gemacht wird, für das er gar nichts kann. Doch wie begegnet man diesem Treiben? Am besten mit erdiger Gelassenheit und einem Schmunzeln. Oder wie vor Kurzem gesehen mit einem Aufkleber auf dem langsam fahrenden Schlepper: „Landwirt, für Sie unterwegs!“

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