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Lebensmittelmarkt

FAO-Lebensmittelpreisindex zeigte im Januar 2017 nach oben

aiz
am
07.02.2017

Rom - Deutlich verbesserte internationale Zuckerpreise sowie höhere Exportpreise für Getreide und Pflanzenöle haben den FAO-Lebensmittelpreisindex im Januar 2017 um 3,7 Punkte oder 2,1% auf durchschnittlich 173,8 Punkte gegenüber dem revidierten Wert vom Dezember 2016 erhöht.

Gleichzeitig wurde damit der höchste Stand seit Februar 2015 erreicht und im Jahresvergleich beträgt die Steigerung 24,5 Punkte oder 16,4%, wie die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute mitteilte. Der FAO-Lebensmittelpreisindex basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Für Getreide ist der FAO-Index im Jänner auf ein Sechs-Monats-Hoch geklettert und lag mit durchschnittlich 147 Punkten um 4,8 Punkte oder 3,4% über dem Wert vom Dezember. Laut FAO haben sich im Jänner die Preise für alle wichtigen Getreidearten erhöht. Bei Weizen beruhte der Zuwachs auf ungünstigen Wetterverhältnissen für die bestehenden Kulturen sowie einer geringeren Winterweizenfläche in den USA. Bei Mais ist die Preisfestigung in erster Linie durch eine starke Nachfrage und unsicheren Ernteaussichten in Südamerika ausgelöst worden, berichtete die UN-Organisation.

Der FAO-Index für Pflanzenöle ist im Jänner den dritten Monat in Folge auf durchschnittlich 186,3 Punkte gestiegen. Der Zuwachs um 3,3 Punkte oder 1,8% gegenüber dem Vormonat wurde vor allem von Palmöl ausgelöst, dessen Notierungen auf ein 30-Monats-Hoch angewachsen sind. Als Gründe nannte die FAO eine nur langsame Produktionserholung in Südostasien, niedrige globale Lagerbestände sowie eine hohe Importnachfrage. Nach oben ging es auch bei Rapsöl, wo die Preise auf geringere Produktionserwartungen für 2016/17 reagierten. Die Notierungen für Öl aus Sojabohnen zeigten aufgrund der Erwartungen für eine reichliche weltweite Versorgung - ungeachtet der jüngsten Abwärtskorrektur für Soja-Kulturen in den USA und Argentinien - nach unten, so die Experten der FAO.

FAO-Milchpreisindex unverändert

Der FAO-Milchpreisindex war im Jänner mit durchschnittlich 193 Punkten unverändert zum Dezember. Die Preise für die gesamte Produktpalette haben sich nur gering verändert - entgegen dem Trend in der zweiten Jahreshälfte 2016, wo der Index um 50% (Mais bis Dezember) nach oben geklettert ist, teilte die FAO mit. Da sich der saisonale Höhepunkt der Produktion von der südlichen zur nördlichen Hemisphäre verlagerte und viele Haupteinkäufer in den vergangenen Monaten ausreichend versorgt waren, blieb der Handel im Jänner 2017 gedämpft, wie die UN-Organisation in ihrem Bericht feststellte.

Kaum verändert hat sich im Jänner auch der FAO-Index für Fleisch mit durchschnittlich 156,7 Punkten gegenüber dem revidierten Wert vom Dezember. Hier wurden Preissteigerungen bei Rindfleisch von Rückgängen bei Schaffleisch und geringeren Abnahmen bei Geflügel- und Schweinefleisch wieder ausgeglichen. Bei Rindfleisch führte der Wiederaufbau der Herden in Australien zu einem geringeren Exportangebot und somit zu höheren Preisen. Die Notierungen für Schweine- und Geflügelfleisch sind im Jänner den dritten Monat in Folge gesunken und spiegeln einen reichlich versorgten Markt sowie eine stabile Nachfrage wider, so die FAO.

FAO-Zuckerpreisindex um 9,9% höher

Der FAO-Zuckerpreisindex hat sich im Jänner um 26 Punkte oder 9,9% auf durchschnittlich 288,5 gegenüber Dezember erhöht. Den starken Anstieg führt die FAO auf Erwartungen für ein noch größeres weltweites Produktionsdefizit 2016/17 zurück. Die verringerten Wachstumsaussichten für die globale Zuckerproduktion sind laut der UN-Organisation einem anhaltend knappen Angebot in einigen der wichtigsten Erzeugerländer vor allem in Brasilien, dem weltweit größten Zuckererzeuger und -exporteur sowie in Indien, dem zweitgrößten Erzeuger der Welt und Thailand geschuldet.

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