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Weizenproduktion

Frage der Qualität

Wolfgang Piller
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
23.03.2017

Gedanken zur Zukunft der Weizenproduktion in Deutschland. Kann die hohe Qualität auch bei neuer Düngeverordnung bestehen bleiben?

Irgendwann müssten doch die Getreidepreise auf die Intensität im Anbau drücken. Die Weltmarktpreise müssen doch dazu führen, dass Dünger und Pflanzenschutzmittel nicht mehr im optimalen Maß einzusetzen sind und in der Folge die produzierten Mengen zurückgehen. Nach der zweiten, dritten, erst recht nach der vierten Rekordernte in Folge waren diese Gedanken immer lauter zu hören gewesen.Und trotzdem steuern wir schon wieder auf eine nochmals höhere Getreideernte in der Welt zu. Die Aussichten auf höhere Preise? Erstmal wieder gestoppt. 160 Euro für die Tonne Weizen werden Vielen genug sein müssen, um zumindest einen Teil der Ernte gegen noch niedrigere Preise abzusichern.

Dass wir in Bayern für den Weltmarkt nicht unbedingt einen Standortvorteil haben, dafür genügt ein Blick auf eine Landkarte. Und trotzdem haben wir in all den Jahren immer einen Trumpf in der Hand gehalten: die Qualität unseres Weizens. Wo die Russen, Ukrainer, Kasachen, aber auch Franzosen und Rumänen mit Masse, billigen Preisen und nahen Häfen im Vorteil sind, da ist der deutsche Weizen immer im Vorteil bei der Anerkennung der Abnehmer. Wir können Qualität.

Doch wie lange noch? Ende des Monats wird die Novelle der Düngeverordnung im Bundesrat behandelt und dann dauert es nicht mehr lange, dass sie das Düngeregime übernimmt. Ganz ehrlich, es gibt Fehlentwicklungen, die unbedingt geregelt werden müssen. Vor allem die Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung waren auf zu kleiner Fläche konzentriert. Aber dass der Gesetzgeber unseren großen Vorteil, die Qualitätsweizenproduktion, erschwert, vielleicht gefährdet, ist kaum nachzuvollziehen. Da wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Wir haben für die Weizenproduktion die besten Voraussetzungen, wo, wenn nicht hier sollte der beste Weizen der Welt produziert werden. Und verkauft. Denn die Welt braucht ihn ja.

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