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Getreidemarkt

Für ein paar Euros mehr

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
26.01.2017

München - Alle Getreidemarktmeldungen, die es gut mit den Landwirten meinen, haben derzeit eines gemeinsam: Sie nennen die leisesten Anzeichen irgendeiner Verbesserung.

Wolfgang Piller

Hier ein kleiner „Ausschlag“ oder eine „Prämie“, dort eine winzige Möglichkeit zum „Geldverdienen“. Es geht um wenige Euro je Tonne und nicht je Doppelzentner, es sind die ganz kleinen Brötchen, die momentan gebacken werden. Aber es hilft nichts, wir sind gefangen in der Riesenmenge an Getreide der letzten vier Ernten. Die Ackerbauern rings um den Globus kommen mit den Anbaubedingungen offenbar sehr gut zurecht und es scheint auch das Kapital für die Betriebsmittel nicht zu fehlen. Russland kommt 25 Jahre nach Ende der Sowjetunion richtig in Fahrt und übernimmt den Welthandel nicht nur in einzelnen Jahren, sondern offenbar über längere Zeiträume hinweg. Zwar wächst die Weltbevölkerung und mit ihr der Verbrauch, doch die Produktion bleibt keineswegs dahinter zurück.

In dieser Situation gilt es, sich zu besinnen, wo die Stärken und Schwächen liegen. Der deutsche Ackerbau schafft Hektarerträge wie nirgendwo sonst und er kann in den meisten Jahren ganz hervorragende Weizenqualitäten ernten. Das ist eine Stärke. Sie sollten wir unbedingt erhalten. Es gilt auch unter dem Regime einer neuen Düngeverordnung, die Qualitätsweizenproduktion zu erhalten. Qualität wird in Zukunft den Unterschied an den Weltmärkten machen und immer wieder Chancen bieten.

Eine Schwäche könnte darin liegen, dass viele Landwirte mit den modernen Vermarktungs-Instrumenten zu wenig vertraut sind. Eine Niedrigpreisphase wie jetzt sollte auch dafür dienen, sich darin weiterzubilden. Denn das Geschäft des Ackerbauern ist nicht nur, viele gute Ackerfrüchte zu ernten, er muss sie auch gut verkaufen können. Hoffentlich bald wieder in Zeiten, wo mehr als ein paar dürre Euro drin sind.

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