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Ernteausfälle

Ganz Europa im Griff der Dürre

Mähdrescher
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Hans Dreier, Wochenblatt
am
09.08.2018

Die anhaltende Trockenheit wird in der deutschen Landwirtschaft zu dramatischen Dürreschäden von rund zwei Milliarden Euro führen.

Hans Dreier Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt

Diese Prognose stammt nicht vom Bauernverband, sondern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Ernteschäden in dieser Größenordnung sind vergleichsweise selten: Seit 1990 gab es mit 2003 und 1992 nur zwei weitere Jahre, in denen die Eine-Milliarde-Euro-Marke überschritten wurde.

In unseren Nachbarländern sieht es nicht viel besser aus. Dass West- , Nord- und Osteuropa gleichzeitig von einer derart großflächigen Trockenheit heimgesucht werden, ist ein neues Phänomen. Erinnerungen werden wach an die große Dürre in den USA, die auf dem nordamerikanischen Kontinent 2010 begann und dann 2012 ihren Höhepunkt erreichte. Enorme Ernteausfälle führten damals ebenfalls zu einem sprunghaften Anstieg der Agrarpreise. Jetzt bringt die Dürre in Europa die Weltagrarmärkte erneut in Aufruhr. An den Warenterminbörsen sind die Weizenpreise innerhalb weniger Wochen um 30 auf über 210 €/t gestiegen. Auch der Mais hat die Marke von 200 €/t erreicht.

Trotz der derzeit schlimmen Lage sollte man jetzt den Blick nach vorne richten. Die Terminbörsen notieren gute Preise nicht nur für die nächsten Monate, sondern mindestens für die nächsten zwei Jahre. Sogar für den Dezember 2020 wird der Kontrakt noch mit 192 €/t gehandelt. Ackerbaubetriebe sollten jetzt die weitere Preisentwicklung intensiv verfolgen und vor einem Rückschlag rechtzeitig vorhandene Ware verkaufen und Verkaufskontrakte abschließen.

Die aktuelle Preisentwicklung sollte man jetzt auch bei der Anbauplanung für die Ernte 2019 berücksichtigen. Im Einzelbetrieb können sich durchaus Verschiebungen bei der Wirtschaftlichkeit der Kulturen ergeben.

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