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Copa-Cogeca

Gegenwärtige Marktlage schlecht, Aussichten gut

pd
am
07.11.2016

Brüssel - Die Arbeitsgruppen „Getreide“ und „Ölsaaten“ von Copa & Cogeca gaben ihre Einschätzung zur Marktlage ab.

Die Arbeitsgruppen „Getreide“ und „Ölsaaten“ von Copa und Cogeca bestätigten heute die von vielen Getreideerzeugern dieses Jahr in der EU erlebte schlechte Lage. Die Weizenproduktion der EU-28 fiel 2016 um 10 %, die Rapsproduktion um 9,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitsgruppen betonten den Bedarf an einem ausreichenden Angebot von Pflanzenschutzmitteln, um auch in Zukunft die Bestandsfähigkeit des Sektors zu garantieren.

Im Rahmen der Sitzung sagte der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Getreide“, Mike Hambly: „In den meisten Mitgliedstaaten der EU fällt die Ernte bei Ackerkulturen dieses Jahr niedriger aus. Einige Regionen wurden hart von extremen Wetterphänomenen getroffen, was zu schlechten Erträgen geführt hat, die in einigen Ländern um bis zu 50 % niedriger lagen als sonst. Die Lage in der EU war jedoch nicht einheitlich. So verzeichnete Ungarn dieses Jahr eine gute Getreide- und Rapsernte, während Frankreich mit dem Einbruch der Weizenproduktion um 30 % besonders schlecht aufgestellt war. Allen Ländern gemein sind jedoch die seit 3 Jahren in Folge unter dem Einstandspreis liegenden Preise.“

„Vielerorts waren schlechte Witterungsverhältnisse sowie Schäden an den Rapskulturen durch den Rapserdfloh zu beklagen, die hauptsächlich auf das Verwendungsverbot von gebeiztem Saatgut zurückzuführen sind. Die Landwirte werden nicht das Risiko eingehen, Raps auszusäen, wenn sie nicht auf ein gutes Angebot an Pflanzenschutzmitteln zurückgreifen können. Sie waren zudem besorgt über das Verwendungsverbot wirksamer Pflanzenschutzmittel auf Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF), da diese Kulturen insbesondere zahlreiche ökologische Vorteile bieten – sie sichern die Artenvielfalt und bieten den abnehmenden Bienenvölkern Nahrung“, mahnte Hambly.

Die Getreidepreise liegen auf niedrigem Niveau, während die Preise für europäischen Raps gestiegen sind. Die Aussichten für 2017 sind für Getreide vielversprechender, da die Aussaatbedingungen in manchen Mitgliedstaaten recht gut waren. Nach Schätzungen von Copa & Cogeca ist 2017 von einem Anstieg der Getreideproduktion um 4,2 % auszugehen. Für Ölsaaten wird ein leichter Anstieg um 0,8 % erwartet. Wie die Ernte tatsächlich ausfallen wird, hängt jedoch in hohem Maße davon ab, welche Witterungsbedingungen herrschen und ob die Landwirte genügend Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten zur Verfügung haben. Copa & Cogeca haben auch ein Schreiben an die Europäische Kommission gesandt und um direkte Notfallhilfen zur Behebung der ernsten Liquiditätsprobleme der Getreideerzeuger gebeten. 

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