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Ölmarkt

Wohin geht der Rapspreis?

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
08.09.2016

München - Der Raps profitiert gegenwärtig von der knappen Versorgungslage.

Wolfgang Piller

Vor zwei Jahren war er am Tiefpunkt. Unter 300 Euro für die Tonne Raps – das hat so manchem Anbauer die Freude an der Ölfrucht vergällt. Dazu kamen nicht immer wirklich erfreuliche Ernten, das Hickhack um den insektiziden Schutz des Saatguts und das zumindest vorläufige Aus für die Beizen. Die Anbaurisiken sind gestiegen und zumindest mancherorts haben Erdfloh und Kohlfliege, die früher elegant und umweltgerecht im Griff behalten wurden, für Schäden gesorgt und unnötigen Aufwand verursacht. Kein Wunder, dass der Anbau in den letzten Jahren eher zurückging, als sich den früheren Rekordzahlen wieder anzunähern.

Jetzt profitiert der Raps von der knappen Versorgungslage. Die Ölmühlen in Norddeutschland und entlang des Rheins suchen Ware und sie werden jede angebotene Tonne verarbeiten wollen. Die Börsenkurse reagieren. Getrieben sind sie vom fehlenden Pflanzenöl. Da wirkt nun auch das weltweit beachtete Wetterphänomen El Niño nach. Es fehlen nach wie vor eingeplante Mengen an Palmöl. Das macht diesen sonst als Billigmacher eingestuften Rohstoff nun teuer und als Ersatz uninteressant. Schön für die Rapserzeuger wäre natürlich, wenn auch das Rapsprotein im Schrot gesucht wäre. Doch eine Rekordsojaernte in den USA scheint sich zu bestätigen. Die Schrotpreise zeigen eher nach unten. Und das ziemlich steil, nachdem sie im Frühjahr noch ebenso steil nach oben wiesen.

Wie nachhaltig diese Entwicklungen sind, das weiß allerdings nur der liebe Gott. Denn zwar ist die Versorgung viel weniger komfortabel als bei Getreide, aber in Südamerika ist die Sojabohne noch gar nicht gesät und irgendwann wird der letzte El Niño auch Geschichte sein. Dann werden die Ölmärkte wieder vor allem auf den Rohölpreis starren und der hat das niedrige Niveau noch nicht verlassen.

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