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Getreideernte

Genug für alle

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
19.08.2016

München - Die weltweite Getreideernte dürfte heuer wieder prächtig ausfallen.

Rainer Königer

Wenn das geerntet wird, was die Amerikaner prognostizieren, steht die nächste Rekordernte ins Haus. Und das drückt natürlich auf die Preise. Leidtragende werden diejenigen sein, deren Ernten weniger gut ausfallen. Und das sind in diesem Jahr im Durchschnitt auch die deutschen Ackerbauern.

Dass 2016 ein weiteres Rekordjahr wird, ist bemerkenswert. Denn der Klimawandel ist auch in Bayern spürbar. Lange Starkregenphasen oder Stürme und Tornados gehören inzwischen zur Tagesordnung. Wenn hier die Prognosen der Klimaforscher zutreffen, wird man sich nicht nur daran gewöhnen, sondern auch auf Schlimmeres einstellen müssen.

Der Klimawandel hat in Sachen Pflanzenbau im Moment wohl auch seine guten Seiten. Etwas höhere Temperaturen, längere Vegetationsphasen, das schmeckt den meisten Pflanzen. Doch wenn die Erwärmung weiter zunimmt, kann sich dieser Effekt dramatisch ins Gegenteil umkehren. Geht man von einer Prognose aus, auf die sich das bayerische Umweltministerium beruft, droht in Bayern bis zum Ende des Jahrhunderts ein Temperaturanstieg um bis zu 4,5 Grad Celsius. Bis zum Jahr 2060 könnte es 30 Hitzetage pro Jahr geben mit 30 Grad und mehr. Derzeit sind es im Durchschnitt fünf dieser Hitzetage pro Jahr. Falls dies eintritt, dürfte es schwer werden, in so kurzer Zeit pflanzenbaulich reagieren zu können. Doch so weit sind wir zum Glück noch nicht. In den vergangenen Jahren war die weltweite Ernte meist gut bis hervorragend. Auch heuer wird wieder deutlich mehr geerntet werden als verbraucht wird. Das heißt: Es reicht für alle, wenn es nur richtig verteilt würde. Dass die Weltpolitik in dieser Frage immer noch nicht weitergekommen ist, ist eine Schande. Dass Millionen von Menschen den Hungertod sterben, dafür braucht es keinen Klimawandel.

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