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Ernte 2018

Getreide - wann steigen die Preise?

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
12.07.2018

Ein Auf und Ab war in den letzten Wochen am Getreidemarkt zu sehen, als ob die Beteiligten nicht recht wüssten, wohin es gehen soll.

Wolfgang Piller

Das wird genauso gewesen sein. Die letzten Jahre haben sorglos gemacht. Selbst wenn irgendeine Anbauregion etwas ausgefallen ist, eine andere hatte immer die Verluste mehr als wett gemacht. Rekordernte folgte auf Rekordernte. Doch die Läger liefen trotzdem nie über: Die Welt braucht eben auch immer mehr Rohstoff. Mehr und mehr Mägen von Mensch und Tier wollen gefüllt sein. In diesem Erntejahr könnte das sorglose Spiel zu Ende gehen. Die schlechten Prognosen häufen sich.

Noch halten die Märkte mehr oder weniger ruhig. Sie zucken, aber rucken noch nicht. Doch wenn die Vorhersagen eintreten – und in weiten Teilen ist das kaum mehr anders möglich – wird Getreide fehlen. Wie viel? Wer weiß das. Aber oft sind es nur vergleichsweise kleine Mengen, die den Ausschlag geben und dann große Hebel in Bewegung setzen. Niemand wird sich jetzt trauen, einen Preisanstieg sicher vorherzusagen oder gar einen Preis nennen. Zu viel steht dabei auf dem Spiel.

Doch eines ist klar: Die Produzenten kommen in eine weitaus bessere Verhandlungsposition als in den letzten Jahren. Was ist nun zu tun? Natürlich als Erstes die Ernte so gut und so sauber wie möglich heimbringen (auch wenn Wetter und Düngeverordnung das nicht gerade unterstützen). Sodann den Markt genau beobachten.

Wenn die Preise steigen, kann man erste Verkäufe tätigen. Doch wer das kann, sollte sich auch einen Teil des Getreides im Lager behalten. Wenn die Märkte nur zucken, sollte man halt auch nur mitzucken. Die Gefahr, dass in diesem Jahr die Preise fallen, scheint gering. Doch eines ist auch immer wieder wahr gewesen: Teure Ware geht nie aus. Also: Auch das Verkaufen darf nicht vergessen werden.

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