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Getreide

Getreideernte startet mit durchwachsenen Erwartungen

von , am
03.07.2015

<b>Riedstadt-Leeheim</b> - Frühjahrstrockenheit in weiten Teilen Deutschlands schmälert Ernteerwartungen.

© Werkbild
„Die in diesen Tagen beginnende Getreideernte lässt nur noch durchschnittliche Erntemengen erwarten. In den Frühjahrsmonaten hat in vielen Regionen eine ausgeprägte Trockenheit geherrscht, die keine Spitzenerträge zugelassen hat“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei einem Pressegespräch anlässlich des Beginns der Getreideernte.
Die aktuellen Ertragsschätzungen aus den Landesbauernverbänden lassen eine Getreideernte von gut 47 Millionen Tonnen erwarten. Damit würde die Getreideernte 2015 dem Mittelwert der Jahre 2009 bis 2014 in Höhe von 46,8 Millionen Tonnen entsprechen, das Vorjahresergebnis von 52 Millionen Tonnen jedoch um elf Prozent verfehlen. „Die Getreideanbaufläche ist mit 6,6 Millionen Hektar etwas größer als im Vorjahr. Wir gehen aber davon aus, dass das durchschnittliche Ertragsniveau bei weitem nicht an die Rekorderträge des Jahres 2014 heranreichen wird“, so der Bauernpräsident. Besonders bei der Wintergerste sind in den von der Frühjahrstrockenheit betroffenen Regionen teils erhebliche Schäden zu verzeichnen. Daher erwartet der DBV hier Einbrüche bei Ertrag und Ernteergebnis im zweistelligen Prozentbereich.
Die Ertragserwartungen bei Winterweizen sind regional sehr unterschiedlich. Während in der Mitte Deutschlands und in den östlichen Bundesländern auch beim Weizen Trockenschäden festzustellen sind, liegen die Ertragserwartungen in anderen Regionen (z.B. Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, südliches Baden-Württemberg) dank der besseren Wasserversorgung nur fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Beim Winterraps addieren sich nach Einschätzung des DBV ein deutlichen Rückgang der Anbaufläche und niedrigere Erträge, so dass mit einer um etwa 20 Prozent niedrigeren Ernte gerechnet wird. Ursächlich hierfür ist nicht nur die Trockenheit, sondern auch der fehlende insektizide Beizschutz. Ein ohnehin hoher Schädlingsdruck im vergangenen Herbst hat in Verbindung mit der seit Jahren erstmals nicht eingesetzten neonicotinoiden Beizung zu Schädigungen des Wurzelwerkes der jungen Rapspflanzen durch Larvenfraß geführt. Eine erstaunliche Entwicklung mit Blick auf die Anbauflächen zur Ernte 2015 haben Erbsen und Ackerbohnen durchlaufen. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und das Greening haben dazu geführt, dass sich die Anbauflächen von Erbsen und Ackerbohnen verdoppelt haben. Schwerpunktregionen für den Anbau dieser Körnerleguminosen sind neben den östlichen Bundesländern Bayern und Niedersachsen.
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