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Getreidehandel - sicher im Haifischbecken

Getreidesilo
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
09.08.2018

Jetzt dreht sich die Situation gerade – Getreide verkaufen wird spannend. Übrigens auch für die Händler.

Wolfgang Piller

Wenn alle Läger voll sind, die Einkäufer der Mühlen, Mälzer und Futtermischer sich locker zurücklehnen und die Preise dahin dümpeln, ist Getreide verkaufen eine eher ermüdende Angelegenheit. Letztlich gilt es dann, die eigenen Kosten zu kennen und vielleicht einen der kurzen Preisausschläge zu erwischen. Jetzt aber dreht sich die Situation gerade – Getreide verkaufen wird spannend. Übrigens auch für die Händler.

Aus diesem Grund sollten nun die vielleicht laxen Gepflogenheiten hinterfragt werden. Die Modalitäten sollten genau abgesprochen und auch festgehalten werden: Menge und Qualität sowieso, aber auch Liefer- und Lagerbedingungen sowie Verkaufszeitpunkt gehören besprochen und am besten schriftlich fixiert. Wer sich nicht traut, den Marktverlauf weiter einzuschätzen – und das dürften im Moment viele sein – kann mit dem Landhandel ein sogenanntes Optionsgeschäft abschließen. Das kostet einige Euros, sollten die Preise aber tatsächlich weiter steigen, muss man dann nicht ohnmächtig zuschauen. Im umgekehrten Fall hat man verkauft, als die Preise hoch waren.

Allen, die sich im Haifischbecken allein sicher genug fühlen, sei mit auf den Weg gegeben: Nicht alles auf eine Karte setzen! Niemand verkauft zum Höchstpreis einer Saison. Wer seine Menge zumindest etwas aufteilt, verteilt sein Risiko. Gier ist und bleibt kein guter Ratgeber. Dabei sei auch bedacht: Die Zeiten ändern sich wieder. Verlässliche Partner am Markt, seien es die Erzeugergemeinschaften oder sei es ein guter Draht zum Landhändler, werden dann wieder umso hilfreicher. Das sollte jedem Erzeuger auch etwas wert sein. Denn nur wer selbst verlässlich ist, kann ein ebensolches Gegenüber erwarten. Der hilft dann vielleicht wieder, wenn es beim Verkaufen wieder um die kleinen Erfolge geht.

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