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Getreide

Große Ertragsunterschiede bei der Getreideernte in Bayern

von , am
24.08.2015

<b>München</b> - Standort und Wasserversorgung waren entscheidend.

© Rainer Sturm / pixelio.de
Trotz der langen Trockenheit und Hitze in Bayern wird es in diesem Jahr eine überdurchschnittliche Getreideernte (ohne Körnermais) von knapp 7,4 Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, wird damit zwar die bisher zweithöchste Ernte des Vorjahres um gut fünf Prozent unterschritten, die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre wird jedoch um fast acht Prozent übertroffen.
Als Durchschnittsertrag werden 70,6 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Rekordergebnis des Vorjahres bedeutet dies einen Rückgang um gut sechs Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt jedoch ein Plus von rund neun Prozent.
Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) erhöhte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2015 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,9 Prozent bzw. 9.800 Hektar (ha) auf 1,04 Millionen ha. Die Flächenausweitung betraf sowohl das Winter- als auch das Sommergetreide, wobei das Plus bei den Sommerungen mit 5.900 ha (4,3 Prozent) auf knapp 143.000 ha etwas höher ausfiel als bei den ertragreicheren Winterungen mit 3.900 ha (0,4 Prozent) auf fast 901.000 ha.
Beim Wintergetreide war die Anbauentwicklung zweigeteilt. Hier stand einer Flächenzunahme bei der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen, um 13.600 ha (2,6 Prozent) auf 541.200 ha sowie bei Wintergerste um 9.800 ha (4,1 Prozent) auf 247.400 ha eine fast ebenso hohe Flächenreduzierung bei Triticale um 13.500 ha (-14,9 Prozent) auf 76.700 ha sowie bei Roggen (einschl. Wintermenggetreide) um 6.000 ha (-14,5 Prozent) auf 35.500 ha gegenüber. Ursächlich für die Flächenausweitung bei den Sommerkulturen war insbesondere die Zunahme der überwiegend als Braugerste verwendeten Sommergerste. Nach dem Tiefststand im vergangenen Jahr (99 400 ha) wurde die Sommergerste 2015 auf einer Fläche von 104.900 ha ausgebracht, ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 5.500 ha bzw. 5,6 Prozent. Dagegen setzte sich beim Hafer die Flächenreduzierung auf den neuen Tiefststand von knapp 24.000 ha weiter fort, binnen Jahresfrist ein Minus von 2.800 ha (-10,4 Prozent).
Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2014 konnte rechtzeitig erfolgen. Auf den milden Winter ohne nennenswerte Auswinterungsschäden folgte ein warmer Frühling, so dass auch die Frühjahrsaussaat des Sommergetreides unter günstigen Witte-rungsbedingungen zügig durchgeführt werden konnte. Ab Mitte Mai bis Ende Juni zeigte sich ein deutliches Niederschlagsgefälle zwischen Süd- und Nordbayern. Während es im Norden viel zu trocken war, kam es im Süden zu ergiebigen Niederschlägen, regional auch zu Unwetter mit Starkregen und Hagel. Seit Juli war ganz Bayern von der Hitzewelle erfasst, was insbesondere in Nordbayern zu vermehrten Trockenschäden und vorzeitiger Abreife führte. Aufgrund der unterschiedlichen Witterungsverhältnisse werden Ertrag und Qualität der Ernte regional sehr differieren, wobei der Süden Bayerns merklich höhere Erträge aufweist, als der durch die andauernde Trockenheit besonders betroffene Norden.
Bis auf wenige Ausnahmen ist die Getreideernte in Bayern abgeschlossen. Nach den vom Bayerischen Landesamt für Statistik bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird in Bayern beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 70,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind zwar gut sechs Prozent weniger als im vorangegangenen Rekordjahr 2014 (75,4 dt/ha), aber rund neun Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2009/2014 (64,8 dt/ha). Bei nahezu allen Getreidearten wurde ein zum Teil deutlich über dem Durchschnitt liegender Hektarertrag erzielt.
Bei den beiden flächenstärksten Kulturen wurde das mehrjährige Mittel um fast neun Prozent (Winterweizen) bzw. über 11 Prozent (Wintergerste) übertroffen. Trotz der Trocken- und Hitzeschäden kann in diesem Jahr mit einer überdurchschnittlichen Getreideernte (ohne Körnermais) von knapp 7,4 Millionen Tonnen gerechnet werden. Gegenüber der zweithöchsten Ernte des Vorjahres (7,80 Millionen Tonnen) bedeutet dies zwar einen Rückgang um gut fünf Prozent, der Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,83 Millionen Tonnen) wird jedoch um fast acht Prozent übertroffen.  (pd)
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