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Image der Landwirtschaft

Kampagne zur realistischen Einschätzung der Landwirte

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
16.06.2016

Wenn der Autolack stumpf geworden ist und kleine Kratzer den Glanz trüben, dann wird poliert und gewienert.

Wolfgang Piller

Doch wenn die Kratzer tiefer gehen und die eine oder andere Beule nicht mehr so einfach überdeckt werden kann, helfen die einfachen Mittel nicht mehr. Dann muss abgeschliffen, ausgedengelt, mit Ausgleichsmasse geglättet und anschließend neu lackiert werden. In einer ähnlichen Situation sehen sich derzeit viele der bayerischen Landwirte. Einerseits versuchen Sie im Einklang mit der Natur, mit ihren regionalen Abnehmern, ihren Nachbarn zu arbeiten und dabei aber natürlich auch wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben, zugleich fühlen sie sich immer ungerechter wahrgenommen. Das Bild, das sich viele Nicht-Landwirte von den Bauern machen, wird ihnen immer öfter nicht gerecht. Ansprüche, die an die Bauern gestellt werden, sind oft von diesen nicht mehr zu erfüllen, weil sich die Ansprüche widersprechen oder nicht in unsere Wirtschaftskreisläufe passen. Dazu kommt, dass die Verbraucher sich widersprüchlich verhalten: Anspruch und Tun laufen allzu oft auseinander. Trotzdem scheint das Urteil der Öffentlichkeit oft gnadenlos: Die Bauern sind und arbeiten nicht so, wie wir das wollen. Mit ein paar Stellungnahmen zu diesem oder jenem kritischen Thema ist das nicht zu ändern. Jetzt versuchen die bayerischen Bauern mit einer verbandsübergreifenden Kampagne die Dellen und tiefen Kratzer, die ihr Erscheinungsbild erlitten hat, auszugleichen. Das wird eine Menge Anstrengung und auch finanzielle Mittel erfordern. Doch es ist richtig, sich auf diesen Weg zu machen. Denn viele Kratzer stammen wirklich oft von Darstellungen, die entweder von Leuten mit wenig Kenntnis oder mutwillig in die Welt gesetzt werden. Außer den Bauern und Bäuerinnen selbst gibt es niemanden mehr, der das korrigieren kann oder will.

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