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Landhandel

Konkurrenz und das Geschäft

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
04.08.2016

Straubing - Der norddeutsche Landhändler Agravis steigt in Bayern ein.

Wolfgang Piller

Die Rechnung scheint recht einfach: Der Strukturwandel ist auch in der süddeutschen Landwirtschaft im Gange und lässt sich kaum aufhalten, also werden im Schnitt die Ställe größer, dafür die Zeit der Betriebsleiter knapper – und der Bedarf an eingekaufter Dienstleistung höher. Dies scheint eine der Überlegungen zu sein, warum die Agravis nun in Straubing ein Futtermittelwerk gebaut hat.

Dazu kommt, dass der Handelskonzern, eine Fusion der Raiffeisengenossenschaften Nordwest (Münster) und Nord (Hannover), sich durch die Ausbreitung der BayWa in den Norden durchaus gereizt gefühlt haben dürfte. Wer sich den bisherigen Handlungsraum der Agravis ansieht, bleibt im Norden Deutschlands hängen. Mitten hinein hat die BayWa mit ihrem aufgekauften Standort der BayWa Agrarhandel (frühere Fa. Bohnhorst) einen für die Norddeutschen bestimmt schmerzhaften Stachel gesetzt.

Nun wird kaum jemand aus einem solchen Gefühl heraus eine millionenschwere Investition tätigen (wenngleich auch in den Vorständen großer Firmen emotionsgeladene Menschen sitzen). Doch die BayWa hat innerhalb Bayerns die Struktur des Landhandels stark verändert, sprich kleinere Konkurrenten aufgekauft, zur Aufgabe gezwungen. Mit solchen Marktveränderungen wird auch wieder Raum frei für andere, womöglich stärkere Konkurrenten als jene, die zuvor da waren.

Die Agravis-Manager kommen nicht mit ihrem klassischen Handelsgeschäft nach Bayern. Sie werden sich die Marktverhältnisse schon genau angeschaut haben und sich dann für das Futtermittelgeschäft entschieden haben. Sie haben als Vertriebspartner ja auch noch die Raiffeisenmärkte, die damit an Konkurrenzkraft zulegen dürften. Den Landwirten sollte das recht sein. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

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