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Betriebsmittel

Marktzugang

von , am
18.05.2017

München - Ackerbauern folgen beim Düngereinsatz schon seit langem der Direktive des optimalen Ertrags und eben nicht des maximalen Ertrags.

Ein Kommentar von Wolfgang Piller, Wochenblatt- Redakteur, wolfgang.piller@dlv.de © Archiv/BLW

Markt ist Angebot und Nachfrage. In diesem Spiel ist es normal, dass die Landwirte als Kunden der Betriebsmittelhersteller sich von ihrem eigenen Interesse leiten lassen. Die Nachfrage nach Dünger und Pflanzenschutz folgt dem Bedarf, der beim Pflanzenschutz in erster Linie vom Wettergeschehen abhängt, und beim Dünger auch von der Großwetterlage an den Agrarmärkten. Ackerbauern folgen beim Düngereinsatz schon seit langem der Direktive des optimalen Ertrags und eben nicht des maximalen Ertrags. Nachfrage nach Dünger und Pflanzenschutz kann deshalb nicht allein den Anbauflächen folgen. Damit müssen die Anbieter der Betriebsmittel leben und das können sie selbstverständlich auch.

Etwas anders ist die Lage beim Angebot. Sowohl das Dünger-, wie auch das Pflanzenschutzmittelgeschäft ist politischen Vorgaben unterworfen. Der Staat (bzw. die EU) regelt sozusagen das Angebot durch seine Zulassungsvorschriften. Damit übt er seine Sorgfaltspflicht bei diesen unbestritten sensiblen Produkten aus. Auch das muss also akzeptiert werden und wird es auch.

Allerdings nicht, wenn der an sich geregelte Prozess nicht funktioniert – wie das offenkundig in Deutschland der Fall ist. Dass die festgelegten Fristen nicht eingehalten werden, kann im Einzelfall passieren. Gibt es keinen Einzelfall, bei dem die Frist eingehalten wird, ist es ein Skandal. Dieser Skandal schränkt das Angebot der Hersteller willkürlich ein. Vor allem auch, wenn die Expertise von Behörden der Nachbarländer, die an sich gewürdigt werden müsste, arrogant zur Seite gewischt wird. Politik muss Regeln aufstellen, das ist ihr Job, aber sie muss sich dann auch selbst an die Regeln halten. Bei den deutschen Zulassungsbehörden wird stattdessen der politische Streit zwischen zwei uneinigen Ministerien über die untergeordneten Behörden weitergetragen. Das geht nicht. Auch weil es das Spiel aus Angebot und Nachfrage aus dem Lot bringt.

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