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Getreidemarkt

Das reicht nicht

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
14.07.2016

München - Es sind Strohhalme, nach denen derzeit gegriffen wird.

Wolfgang Piller

Das Frühjahr über schweiften die Blicke über die Wetterkarten: Wo könnte zu viel Regen oder zu wenig Regen die Erntemenge einschränken? Kommt La Niña? Dann hat es in den USA doch geregnet. Die Aussichten haben sich nicht, oder nur wenig eingetrübt. Weltweit erwarten die Marktexperten vielleicht keinen neuen Ernterekord, aber zumindest eine recht gute Getreideernte.

Jetzt gehen die Blicke in eine andere Richtung: Was macht der Verbrauch? In den letzten Jahren stotterte die Weltwirtschaft und schon erhielt die Nachfrage nach Futtergetreide einen Knick. Jetzt sollte der Verbrauch seinen Motor wieder anwerfen, immerhin sind die Preise an dessen Tankstelle (also die internationalen Getreidemärkte) wirklich niedrig. Die Anzeigetafeln an den tatsächlichen Tankstellen lassen noch nicht richtig erkennen, welche Richtung der Erdölpreis einschlägt. Auch das ist ja immer ein wichtiges Signal für die Agrarmärkte.

Ein anderer Blick richtet sich auf die Qualität des Aufwuchses. Wie wird der französische Weizen? Kann er die Normen einhalten? Erst vor zwei Jahren profitierte der deutsche Weizen – damals für viele überraschend – von der unzureichenden Qualität der französischen Ware und hatte einen bis dahin nicht gekannten Erfolg am Exportmarkt. Das rettete damals einige Bilanzen.

Doch machen wir uns nichts vor: All diese Strohhalme können die Weizenpreise eventuell trotzdem nicht vor dem Absaufen retten. Auch das kann passieren, auch diese Stimmen gibt es. Dann würde es allerdings zappenduster werden. Denn schon jetzt, mit rund 14 Euro je Dezitonne Erzeugerpreis für den Weizen, gibt es kein echtes Auskommen für die Marktfruchtbetriebe. Wenn die Weizenpreise tatsächlich nochmals sinken, werden nicht mehr nur die Milchbauern lautstark auf ihre Preismisere aufmerksam machen.

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