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Handelsrestriktionen

Der russische Bär erwacht

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
07.06.2018

Russland meint es ernst mit der Weiterentwicklung der Landwirtschaft.

Bär

Statt Globalisierung hat sich der neue Zar, Wladimir Wladimirowitsch Putin, durch sein Embargo nach Westen hin abgeschottet – zumindest landwirtschaftlich. Mit einem massiven Förderprogramm will er jetzt nach und nach für die Selbstversorgung seiner Untertanen sorgen. Ob das funktioniert, weiß nicht einmal der Zar selbst.

Auf der anderen Seite des großen Teichs gibt es ebenfalls einen Zaren: Mr. Donald Trump. Der semmelgelbe Egomane schmeißt mit Importzöllen nur so um sich. Es ist gar nicht lange her, da strickte man eifrig an WTO-Abschlüssen. Weltweiter Handel unter annähernd gleichen Regeln, ein Wirtschaftsraum, der den ganzen Globus umfasst – diese Zeiten sind vorbei.

Stattdessen geht es nur noch um eigene Interessen. Um eigene Interessen ging es selbstverständlich auch bei den WTO-Verhandlungen. Dies ist wohl auch der Grund, warum die Verhandlungen nicht viel brachten. Doch damals saß man zumindest in friedlicher Mission an einem Tisch. All dies hat kaum mehr kalkulierbare Wirkungen auf die Märkte.

Das ist aber nur ein Aspekt. Viel bedrückender ist die Tatsache, dass die Despoten dieser Welt in ihrem nationalistischen Denken jegliche Diplomatie und Verantwortung über den Haufen werfen. Sitzen jetzt die Könige der Neuzeit an einem Tisch, geht es oft genug nur noch darum, Brände zu löschen, Kriege zu verhindern oder einen Waffenstillstand zu vereinbaren.

Dass die Freihandelsabkommen in der Vergangenheit auch kein Ruhmesblatt waren, dürfte inzwischen klar sein. Wenn die Reichen immer reicher werden, und die Armen immer ärmer werden, stimmt im System etwas nicht. Trotz alledem wäre es besser, wieder über Handel zu sprechen: Wer miteinander handelt, bringt sich nicht um!

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