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Auf und Ab an den Märkten

Schweinezyklus? Aus und vorbei

Marktstimmung
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
15.03.2018

Durch vertikale Integration ließen sich die Preisschwankungen auf den Märkten vermindern.

Wolfgang Piller

Das Angebot steigt, schneller als die Nachfrage folgen kann. In der Folge sinkt der Preis und mit ihm etwas zeitverzögert das Angebot, was wiederum und ebenfalls zeitverzögert die Preise wieder ansteigen lässt. Die Erzeuger reagieren und steigern erneut ihr Angebot – der Schweinezyklus, hier in einer sehr knappen Version, hat es längst in jede Vorlesung für BWL-Erstsemester geschafft.

Bald könnte er als Paradebeispiel ausgedient haben. Dann nämlich, wenn die Schweinebranche einen Weg einschlägt, der in anderen Ländern und in anderen Branchen längst eingeführt ist – den der vertikalen Integration.

Dieser sperrige Ausdruck sagt nichts anderes, als dass in einer Branche ein Glied der Wertschöpfungskette das Heft des Handelns in die Hände nimmt und allen anderen den Weg vorgibt. Die Ziele dabei können vielfältig sein. Der Effekt ist sicher fast immer, dass die Preisschwankungen wenn nicht vollständig bereinigt, dann doch abgeschwächt werden.

Das mag für Manchen sympathisch wirken, denn das Risiko für ihn als Erzeuger sinkt. Das Preistal ist geglättet. Ein anderer schaut mit dem umgekehrten Vorzeichen drauf: Die Chancen fehlen plötzlich. Das Preishoch ist nämlich auch verschwunden. Als Unternehmer möchte dieser Erzeuger vor allem eines: Mit Risiken umgehen, gerade um auch bei Preisspitzen dabei sein zu können.

Was für die Branche der richtige Weg ist, kann wohl keiner sagen. Auch nicht, ob ein einzelner Betrieb auf Dauer für sich den Weg entscheiden kann, wenn die Branche sich in Richtung vertikale Integration auf den Weg macht; siehe Geflügelwirtschaft. Andererseits ist der Strukturwandel in der Schweineerzeugung seit Jahren brutal und enorm. Für manchen könnte die Integration auch der letzte Ausweg sein, vor der Sackgasse, quasi vor dem letzten Preistief im Schweinezyklus.

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