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Trockenheit

Überraschung

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
29.06.2017

München - Die Getreideernte hat begonnen. Auf den Kiesflächen der Münchner Schotterebene sind die ersten Wintergersten gedroschen. Auch in anderen Frühdruschgebieten rollen die Mähdrescher.

Wolfgang Piller

Auf die allerersten Ertragsmeldungen sollte man – wie in jedem Jahr – noch nicht allzu viel geben. Doch die Sorge, ob die Hitze und Trockenheit für Einbußen sorgen, wuchs zuletzt. Bis Ende Mai waren die Aussichten sicher nicht schlecht. Die Niederschläge waren nach dem extrem trockenen Winter ganz gut verteilt. Selbst im sonst trockenen Unterfranken zeigten die Wetterstationen noch ausreichend Wasser an. Doch der Juni war wieder sehr trocken. Flächendeckend gab es keinen Regen, punktuell schon.

Die Frühsommertrockenheit beherrscht nun schon seit Jahren die Ertragsbildung. Das gilt nicht nur für das Getreide. Im Moment sind auch die Kartoffelbauern schwer davon betroffen. Auch bei den Kartoffeln scheint es immer wichtiger, bei der Sortenwahl zu berücksichtigen, wie die Kartoffel mit Trockenphasen zurecht kommt. Das gilt zumindest für all jene Betriebe, die nicht beregnen.

Falls jetzt die vorhergesagten Niederschläge kommen, helfen sie dem Mais, den Rüben, den Kartoffeln aus der schlimmsten Patsche. Ob sie dem Weizen und der Sommergerste noch helfen können, ist fraglich. Im Gespräch sagen viele Experten, dass die Ertragsspitze „weg ist“. Auch EU-weit sprechen die Analysten schon nicht mehr von Spitzenerträgen und reduzieren ihre Ertragsschätzungen. Vor allem Spanien, Frankreich und auch Deutschland litt im Juni unter Trockenheit. Dem Weizen wird kaum noch mehr zugetraut als im letzten Jahr, der Wintergerste sogar noch weniger. Aber wir wollen Ihnen, liebe Leser, auch nicht jede Hoffnung nehmen. Zu oft schon straften die tatsächlichen Erträge die vorherigen Schätzungen der Lüge: Was gut aussah, enttäuschte, was wenig verhieß, überraschte positiv. Diese letzte Wendung sollte es möglichst sein.

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