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Vermarktung

Warenterminbörse - Know how lernen

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
02.03.2018

Mitte Februar 2017 hat die Tonne A-Weizen in Bayern 150 Euro gekostet. Und ein Jahr später: 146 Euro. Kein wirklich großer Sprung.

Getreidelager

Und: Bei diesem Preisniveau liegen wir schon ziemlich am unteren Ende. Die viel zitierte Volatilität, also das schnelle Ausschlagen der (Rohstoff-) Preise nach oben und unten, hält sich nun doch seit einiger Zeit zumindest am Weizenmarkt eher zurück. Sehr zum Bedauern der Erzeuger, denn natürlich geht jeder davon aus (und erhofft es inständig), dass der nächste Ausschlag zwingend nach oben gehen müsste.

In dieser Situation mit überschaubaren Preisbewegungen auf niedrigem Niveau ist der Ansporn, sich um das richtige Vermarkten zu kümmern, eher gering. Jede Investition in die Vermarktung, sei es in Prämien für Optionsgeschäfte oder sei es auch in Zeit, verspricht kaum eine Rendite.

Und doch gibt es eine Ausnahme: Investition ins Know how. Denn je mehr man als landwirtschaftlicher Unternehmer Einblicke in die Hintergründe der weltweiten Marktgesetze gewinnt, ins Einmaleins des Vermarktens (etwa an Warenterminbörsen) oder auch in die (Geheim-)Sprache der Marktprofis, umso sicherer oder zumindest umso weniger unsicher wird man sich in Zukunft fühlen.

Das kann dazu führen, dass man selbstbewusster auswählt, was einem an Marktinstrumenten angeboten wird. Mit dem Erfolg, dass auch das Setzen auf das falsche Pferd immer seltener wird. Es kann auch dazu führen, dass man die richtigen Zeitpunkte für das Verkaufen der eigenen Ware geschickter auswählt.

Auch bei Märkten mit nur kleinen Ausschlägen lohnt es sich halt, den Ausschlag nach oben doch zu erwischen. Und es kann dazu führen, dass man das Vermarkten als längerfristigen Prozess erkennt. Dann sinkt der Gram über eine verpasste Chance oder einen zu billigen Verkauf, denn die nächste gute Chance erkennt man umso zuverlässiger. Viel Erfolg!

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