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Biokraftstoffe

Welthandel - Regeln statt Streit

Rapsblüte
Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
12.04.2018

Biodiesel aus Argentinien und Indonesien könnte wegen seines Dumpingpreises die hiesige bald wieder gelb blühende Rapslandschaft bedrohen.

Es ist die Folge eines zeitlichen Zufalls: Ein WTO-Schiedsspruch, der für die EU ungünstig ausgegangen ist, und ein Abwehrzoll seitens der USA gegen argentinische Dumpingexporte fielen fast zusammen und wirken nun doppelt.

Also einfach Pech gehabt? Oder doch kein Zufall und die EU ist nur wieder zu blöd/brav, um für sich zu sorgen? Oder ein weiterer Beleg, wie schädlich die WTO und der Welthandel sind? Die Themen Pech, Zufall usw. sollen Sache der Verschwörungstheoretiker bleiben, aber zur WTO gibt es schon etwas zu sagen: Angesichts von Brexit, Trumps „America First“ und sich abzeichnendem Handelsstreit (im nächsten Wochenblatt dazu ein erläuternder Artikel) sollten wir alle um jedes Instrument, das den internationalen Warenverkehr reglementiert, froh sein. Dass TTIP nicht abgeschlossen wurde, werden viele jetzt schon bedauern.

Die EU sollte alles dafür tun, dass sich Handelsregeln weiterentwickeln. Natürlich muss sie dabei auf gerechtfertigte Bedenken eingehen (z. B. intransparente Schiedsgerichte). Mehr noch sollte sie aber darauf drängen, dass Fairness und gemeinsame Interessen den Vorrang bekommen vor dem Ausspielen bloßer Stärke und Rücksichtslosigkeit. Europa und vor allem auch seine Agrarbranche treten international sowohl als Käufer wie als Verkäufer auf. Bei Handelskriegen werden die Europäer letztlich immer verlieren, gewinnen können wir nur in geregelten Märkten. Noch ist es nicht soweit. Jetzt freuen wir uns zunächst auf die ersten gelben Rapsfelder und hoffen auf ein besseres Marktumfeld.

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