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Trockenheit

Wetter, Fußball oder doch Raps?

Rapsfeld
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
09.05.2018

Steigende Preise kann jeder Ackerbauer brauchen, nicht zuletzt weil dieses Frühjahr schon die hiesigen Erträge gefährdet sind.

Übers Wetter und über Fußball kann man immer sprechen. Beim Fußball läuft es gerade gut: Bayern ist Meister, der Club aufgestiegen und sogar 1860 München könnte das gelingen. Das Wetterthema ist weniger amüsant: Leider müssen Landwirte immer öfter über extremes Wetter reden. Doch wenn die jetzige Trockenheit vielen Ackerbauern schon die Sorgenfalten vertieft, an den weltweiten Getreidemärkten brauchen wir solche Wettermeldungen.

Denn die Ackerbauern sind immer besser geworden. Eine hervorragende Ernte nach der anderen füllte die Läger. Selbst wenn die wachsende Menschheit immer mehr verbraucht, haben die Vorräte jeden Preisanstieg schnell abgewürgt. Trockenheit oder Nässe, Hagel und Sturm machen sich aber am Markt nur bemerkbar, wenn sie über einen regionalen Rahmen hinausgehen. Das könnte nun tatsächlich so sein. Australien liefert weniger als sonst, in Nordamerika stecken die Getreidestaaten in einer Trockenheit, dazu auch Schwierigkeiten in Südamerika.

Im Moment ist noch nicht abzusehen, wohin das führt. Doch steigende Preise kann jeder Ackerbauer brauchen, nicht zuletzt weil dieses Frühjahr schon die hiesigen Erträge gefährdet: Der April ist eher wie ein trockener Sommermonat. Das werden auch die unterfränkischen Rapsanbauer merken. Wenn der Raps vorzeitig abblüht, wird ihre Blüte im Rapsfeld weniger lang herausstechen als geplant.

Das Wetter liefert also Gesprächsstoff. Nötig wäre das nicht, denn zu diskutieren haben sie mehr als genug – dass der Raps Imagepflege nötig hat, lässt sich angesichts der vielen Vorteile gar nicht richtig verstehen: Klimaschutz, wertvolles Speiseöl, Ersatz für fossile Rohstoffe, dringend benötigtes Futtermittel, um Importe unnötig zu machen. Auf das Thema Fußball werden die Rapsanbauer nicht ausweichen brauchen.

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