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Betriebsmittel

Witterung beeinflusst den Aufwand an Pflanzenschutzmitteln

Pflanzenschutz
Der Pflanzenschutzmittelabsatz ging zurück. © farbkombinat - stock.adobe.com
Wolfgang Piller ,
am
17.05.2018

Innerhalb von zwei Jahren sanken die Jahresumsätze der chemischen Industrie mit Pflanzenschutzmitteln um 200 Millionen Euro.

Da fehlt der Industrie bezogen auf die Marktspitze jeder sechste Euro. Was sicher in den Chefetagen doppelt schmerzt: Das Eingeständnis, dass der Marktumfang auf ein Niveau zurückgefallen ist, das man schon vor sechs Jahren endgültig überwunden glaubte.

Klar, schuld daran hat in erster Linie die fehlende Not der Ackerbauern, während der letzten zwei Jahren ihre Kulturen intensiv schützen zu müssen. Krankheits- und Schädlingsdruck waren eher verhalten.

Doch die enorm kritische Diskussion in der Öffentlichkeit um Glyphosat im Einzelnen und chemischen Pflanzenschutz im Allgemeinen ist an der Branche nicht spurlos vorüber gegangen. Dazu kommen die Resistenzproblematik (wer kauft schon gerne Mittel, die nicht mehr richtig wirken?) und der stockende Output an neuen Mitteln – egal, ob daran die restriktive oder auch nachlässige Zulassungsbürokratie der EU/Deutschland schuld hat oder die eigenen Schwierigkeiten, echte Innovationen zu entwickeln.

Für die Ackerbauern heißt das zunächst ganz einfach, dass sie letztes Jahr 200 Millionen Euro weniger für ein Betriebsmittel ausgeben mussten als zwei Jahre zuvor. Andererseits kann sich das auch wieder ändern, wenn der Druck auf die Kulturen wetterbedingt wieder zunimmt. Heuer scheint das noch nicht der Fall zu sein. Doch Betriebsmittel wie Dünger und Pflanzenschutzmittel haben natürlich ihre Berechtigung: Sie sichern die Ernte ab.

Beim Blick nach draußen wird heuer aber deutlich, was das Betriebsmittel Nummer 1 ist: das Wasser. Wenn es so fehlt wie in diesem Frühjahr, ist Wasser unbezahlbar. Pflanzenschutz dagegen erübrigt sich (fast) von alleine und der gestreute Dünger wird zu reinen Unkosten.

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