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Schuldfrage

Immer weiter ...

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
28.02.2019

Höher, schneller, weiter. Ellbogen raus und Augen zu! Das scheint inzwischen normal zu sein.

Strippenzieher

Doch können wir uns das – als kurzzeitige, wenn auch lästige Bewohner des Planeten Erde – überhaupt leisten? Weiter machen wie bisher? Eigentlich nicht. Keine Angst, hier geht es nicht gleich wieder ums Volksbegehren, Tiergesundheit und andere Fallbeile und Streitäxte, mit denen die Gesellschaft auf die Landwirte losgeht.

Obwohl man in der Öffentlichkeit inzwischen den Eindruck hat, dass die Landwirtschaft schlichtweg an allem Schuld ist. Aber sind die Landwirte, die von der Gesellschaft gegeißelt und vom Weltmarkt erdrückt werden, selbst Schuld an ihrer eigenen, misslichen Lage? Wer bei dieser Frage ein Ja in Erwägung zieht, sollte zum Arzt gehen.

Die Schuldfrage muss an anderer Stelle gestellt werden. Wer schafft die Rahmenbedingungen? Die Politik! In nicht einmal 50 Jahren haben wir 93 % der bayerischen Milchbauern verloren. Ein gnadenloser Artenschwund. Also ist die Politik Schuld? Auf den ersten Blick schon. Doch schaut man sich die Politik an, dann geht es ihr nicht viel besser als den Landwirten. Von der Gesellschaft gegeißelt und von den Großbanken und von den sogenannten Big Four (die vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt: Deloitte, EY, KPMG und PwC) an die Wand gedrückt. Wenn man jetzt allerdings die Frage stellt, ob die Politik an ihrer misslichen Lage selbst Schuld ist, darf man schon einmal an ein Ja denken.

Denn irgendwann hat man es offensichtlich verpennt, dem gewissenlosen Treiben dieser Heuschrecken einen Riegel vorzuschieben. Denkt man an die unzähligen Milliarden Euro für die Bankenrettung und die Billionen Euro, die in gigantischen Steuerschlupflöchern verschwinden, könnte einem schlecht werden. Hätte dieses Geld der Steuerzahler, dann könnten wir alle Bio kaufen, falls nach dem Kauf des neuen Iphones noch Geld übrig bleibt.

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