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Marktlage

Kartoffelanbau in Bayern - gut aufgestellt

Kartoffel
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
10.01.2019

Kartoffeln gehören zu Bayern wie die Glocke zum Kirchturm.

Wolfgang Piller

Zwar kommt die tolle Knolle nicht mehr so oft wie früher dampfend in der Schüssel auf den Tisch, dafür aber in immer unterschiedlicheren, vorher verarbeiteten Produkten. Das Schöne ist: Bayern kann alles bieten. Pommes frites, knackige Chips, lockere Knödel und andere Kartoffelteigwaren, daneben Industrieprodukte wie Stärke, die mit ihren speziellen Eigenschaften weltweit gefragt ist.

Und auch die ganz einfache Kartoffel findet ihren Weg zu den Verbrauchern, sei es ungewaschen, frisch aus der Erde bei den Direktvermarktern oder gewaschen und poliert sowie verpackt in allen möglichen Größen im Supermarkt und den Discountmärkten. Nicht zu vergessen sind die etlichen Kartoffelzüchter, die in Bayern aktiv sind sowie die etlichen Vermehrer, die ihre Nachbarn mit gesundem Pflanzgut versorgen.

Nein, um den Kartoffelstandort Bayern braucht sich niemand Sorgen machen. Er ist vielfältig und lebendig, auch wenn es selbstverständlich Baustellen gibt, die zum Teil Sorgen bereiten und nicht so einfach zu schließen sind. Dazu gehört, dass (zu) wenige Flächen bewässert werden können. Im Anbau machen Schädlinge und Krankheiten nach wie vor Probleme und die möglichen Gegenmaßnahmen werden eher eingeschränkt als erweitert. Hier heißt es immer am Ball bleiben und die verbleibenden Möglichkeiten so effektiv wie möglich einsetzen.

Schwierigkeiten macht auch der immer unberechenbarere Marktverlauf. Die Ernten werden immer weniger vorhersehbar. Hier sind verlässliche Partnerschaften zwischen Erzeuger und Abnehmer unerlässlich. Natürlich ist es gut, wenn am Markt Bewegung ist, wenn Konkurrenz herrscht und Auswahl möglich ist. Doch ein langfristig aufgebautes Vertrauensverhältnis ist mindestens ebensoviel wert. Doch auch hier scheint Bayerns Kartoffelbranche gut aufgestellt.

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