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Warenterminbörsen

Crash-Kurs für Erfolg am Markt

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
06.07.2017

München - Dass die Preise für die Marktfrüchte schwanken, dass also die Märkte volatil sind, dürfte Bayerns Ackerbauern nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Wolfgang Piller

Im Gegenteil, gerade wenn die Preise auf eher niedrigem Niveau sind, verheißt ein freier Markt immer auch die Chance, dass die Preise wieder steigen. Derzeit ist die Lage eher unübersichtlich: Die vergangenen hohen Ernten haben die Läger am Globus gefüllt. Das ist immer schwer einzuschätzen, wie lange dieses Getreide auf die Märkte drückt oder wann der ständig zunehmende Verbrauch die Überschüsse aufgezehrt hat.

Im Ackerbau selbst gibt es auch unsichere Situationen, denken wir an die Blattkrankheiten. Bei ihnen helfen Erfahrung im Zusammenspiel aus Standort, Wetter und Pflanzenschutz sowie die Daten aus den wöchentlichen Untersuchungen, dem Monitoring. Solche Unterstützung hilft vor allem dann, wenn der Druck und die Gefahr vor Einbußen groß ist. Ähnliches gilt für das Vermarkten.

Doch im Umgang mit den mittlerweile durch die Warenterminbörsen erst ermöglichten Marktinstrumenten sind viele Ackerbauern noch ungeübt. Es fehlt die Routine, die sie im Umgang mit der Landtechnik jahrzehntelang perfektioniert haben. Doch aus dieser Unsicherheit heraus alles bei alten Gewohnheiten zu belassen, ist ein Fehler, weil diese Gewohnheiten oft nicht mehr zum neuen Marktumfeld passen. Scheu vor den neuen Begrifflichkeiten und dem Umgang mit Terminkontrakten, Put-Optionen oder Landhandelskontraktmodellen ist fehl am Platz. Vielmehr gilt es, sich sobald als möglich, damit vertraut zu machen. Jetzt vor der Ernte ist kaum noch Zeit, solches Wissen zu vertiefen. Aber für eine Art Crash-Kurs, also in aller Kürze das Wichtigste zu lernen, sollte man sich schon kurz hinsetzen. Einmal im Wochenblatt umblättern, reicht dabei, schon kann es losgehen.

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